Hessen

Wertpapier für die Zukunft erworben

Tanja Meister und Felix Bieber sind die besten Absolventen der Innung Dieburg


Groß-Umstadt (dtp). Insgesamt 120 Lehrlinge im Bereich der Kreishandwerkerschaft Dieburg haben die Lehrabschlussprüfung erfolgreich gemeistert. Darunter eine Fachverkäuferin und fünf Bäcker. Sie wurden im Rahmen einer großen Feier frei gesprochen und ins weitere Berufsleben entlassen. Kreishandwerksmeister Holger Steinbeck begrüßte die ehemaligen Lehrlinge als „Hauptdarsteller“ des Abends, daneben zahlreiche Repräsentanten aus Handwerk, Wirtschaft und Verwaltung der Region. Den jungen Leuten gab er mit auf den Weg: „Positives Denken und Handeln wird Ihre Zukunft erleichtern. Wer Erfolg haben will, muss bereit sein, hart zu arbeiten.“

Die Festrede hielt Staatssekretär Andreas Storm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte er die duale Ausbildung wie sie bei uns gehandhabt wird. Sie sei ein Zukunftsmodell und zahlreiche andere Länder wollten sich künftig daran orientieren. Das haben jüngste Gespräche im europäischen Raum ergeben. Storm appellierte wie fast alle anderen Redner daran, einen hohen Stellenwert der Fort- und Weiterbildung einzuräumen. Sie sei der Schlüssel zum Erfolg. Geplant sei die verstärkte Hinwendung zur Wissensgesellschaft bei uns, betonte Storm und berichtete von Bemühungen, den Wert des Meisterbriefes so auszurichten, dass künftig beim Studium von Handwerksmeistern an den Fachhochschulen nicht mehr alle Studiengänge belegt werden müssten.

Kreishandwerksmeister Holger Steinbeck wies auf den Wettbewerb durch Arbeitnehmer aus Osteuropa hin. „Diese Konkurrenz müsste gerade Sie als junge Handwerker anspornen, Ihr Wissen zu erweitern.“ An anderer Stelle plädierte er an friedliches und geordnetes Zusammenleben. Dazu könnten gerade junge Menschen beitragen indem sie sich beispielsweise mit der Ausübung von Ehrenämtern in Gesellschaft und in der Politik engagierten.

Obermeister Detlef Faust (Friseure) gratulierte im Namen aller an der Freisprechung beteiligten Innungen. Er meinte, der Gesellenbrief sei „so etwas wie ein Wertpapier, das sich umso besser verzinst, je mehr Sie noch an persönlicher Weiterentwicklung und -bildung arbeiten.“ Er plädierte für Werte wie Anstand, Benehmen und Rücksicht, an Disziplin und Fleiß, die Werte Solidarität und Hilfsbereitschaft wo sie nötig sind, und auch Treue, Dankbarkeit und Mut wären als positive Werte nicht zu verachten.

Bei der Vorstellung und Ehrung der Innungsbesten war die Bäckerinnung mit dabei. Beste Verkäuferin war Tanja Meister. Sie hatte im Betrieb Reiner Friedrich (Brensbach) ihre Ausbildung erhalten. Bester Bäcker war Felix Bieber, der bei Meister Armin Haag (Schaafheim) gelernt hatte. Beide erhielten Gutscheine und Geschenke, darunter auch von der Bäko Süd-West und der IKK.

Zur Freisprechung und Übergabe der Gesellenbriefe waren von den fünf Bäckern nur zwei zusammen mit dem Besten anwesend. Es waren Soner Keskin (Lehrbetrieb Horst Angermann, Rödermark) und Muhammet Emin Mamas (Lehrbetrieb Langowski-Schober, Dieburg).


Artikel vom 30.08.2007
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