Regional

Wer sich richtig wappnet, meistert die Zukunft

Obermeistertag Rheinland mit Hinweisen zu Markttrends, Hygieneanforderungen und Nachwuchswerbung


Rheinland-PfalzKöln (rh). Mit dem Stoßseufzer: „Was war das für ein Jahr!“ startete Landesinnungsmeister Bernd Siebers in seinen Jahresrückblick. So hätten sich 2009 die Ereignisse regelrecht überschlagen. Auf der Basis dieser Turbulenzen gelte es, über die Grundlage der sozialen Marktwirtschaft bei Konzernen einmal nachzudenken. Während es dort drunter und drüber gegangen sei, sehe das Handwerk beruhigend anders aus. Dennoch empörte er sich über Überziehungszinsen von bis zu 18 Prozent bei Inanspruchnahme eines Dispokredites. „Früher nannte man das einfach Wucher“, fand er klare Worte für das Gebaren der Banken. Heute heiße es nun einmal „Rating“, fügte er hinzu.

Das Bäckerhandwerk stehe in einem solchen Umfeld nicht mehr auf allzu goldenem Boden. Daher sei es wichtig, sich fit zu machen, um die Chancen am Markt zu nutzen. Vor allem gehe es darum, die Möglichkeiten schneller umzusetzen als andere. Von einer Krise im Bäckerhandwerk könne zwar nicht die Rede sein, dennoch müsse man sich wappnen.

Hierzu gehören auch Themen wie die Energieeffizienz. Und beim Frühstücksmarkt sei es wichtig, die Position des Bäckerhandwerks auszubauen. „Wir sind gefordert, ein noch attraktiveres Frühstücksangebot bereitzuhalten, um die Potenziale quer durch die Bevölkerung zu erschließen“, betonte der Landesinnungsmeister.

Und Trends wie Erfolg, Gesundheit, Familie und Natur seien regelrechte Steilvorlagen für die handwerklichen Betriebe. Schließlich stünden beim Einkauf Beziehungen, nicht Produkte im Vordergrund, regte er an. Das Verkäuferinnenverhalten werde mehr und mehr entscheidend für den geschäftlichen Erfolg. Wichtig ist aber auch die Hygiene: „Beanstandungen können jetzt sehr teurer werden“, sagte Bernd Siebers mit Blick auf die neue EU-Hygieneverordnung. Wie es gelingen kann, auch diese Hürde zu nehmen, erörterte eine Expertin. Dr. Sabine Goergen gilt als ausgewiesene Spezialistin für die einschlägigen Verordnungen.

Bäcker stärker im Visier

Die Lebensmitteluntersuchungsämter, so Dr. Goergen, haben die Bäckereien neuerdings stärker ins Visier genommen. Hier sei es wichtig, im Dialog mit den zuständigen Veterinären die Anforderungen in den Griff zu bekommen. Dabei sei es in den meisten Fällen möglich, betriebsbezogene Lösungen anzustreben und auch umzusetzen. Aber es komme niemand im Bäckerhandwerk mehr an den Dokumentationsverpflichtungen vorbei, die ein Ausfluss der EU-Hygieneverordnungen seien. „Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht gemacht“, schrieb sie den Bäckern ins Stammbuch. Unter der Devise „Back Dir Deine Zukunft“ stellte Diana Kohzer (Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks) die aktuelle Kampagne vor. Der Kinospot, gedreht in der Bäckerfachschule Olpe, erntete Zustimmung und Applaus. In 25 Sekunden wird darin auf sehr jugendbezogene Weise erzählt, welche Berufschancen im Bäckerhandwerk bestehen. Jede Innung kann den Spot im eigenen Gebiet schalten. Die Werbegemeinschaft, so die Referentin, nimmt die Abwicklung in die Hand, die Schaltkosten in den Kinos werden von den Innungen getragen.


Artikel vom 07.12.2009
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