Wer nicht wirbt, stirbt
OM Renner plädiert auf der Versammlung für mehr Nachwuchs- und Imagewerbung

Auf der informativen Versammlung der Bäckerinnung Pfalz-Rheinhessen (von links) Lehrlingswart Helmut Seither, stellv. Obermeister Manfred Petry, Obermeister Willi Renner und Geschäftsführer Helmut Münch: Foto: dt-press
Rheinland-Pfalz Wachenheim/Wörrstadt (dtp). Auf den Versammlungen der Kollegen im südlichen und nördlichen Bereich der Innung Pfalz-Rheinhessen standen fast identische Themen auf dem Programm. Dabei wurden vor allem die Themen Ausbildung, Marktchancen und Imagewerbung beleuchtet.
Obermeister Willi Renner ging eingangs auf den Streit mit Aldi hinsichtlich des Backens ein. Er betonte, es finde dort nach seiner Meinung gar kein Backprozess statt und die ganze Sache sei für die handwerklichen Bäcker eine Chance, sich zu profilieren. Darüber hinaus sei es in Zukunft wichtiger als je zuvor, sehr genau zu kalkulieren und zu zeigen, dass das Bäckerhandwerk aktiv ist. Als Beispiel wies er darauf hin, die Rückseiten von Tüten stärker zu nutzen, um dort Werbung in eigener Sache zu machen.
Zum Thema Nachwuchs meinte OM Renner, guten Nachwuchs zu finden werde immer schwieriger. Weil gute Fachkräfte immer gesucht sind, sollten die unterschiedlichen Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung genutzt werden. Denn: „Wer Mitarbeiter zur Fortbildung schickt, motiviert sie und bindet sie an den Betrieb.“ Bäcker und Innungen sollten jedenfalls aktiver werden, um jungen Leuten eine Lehre im Bäckerhandwerk schmackhaft zu machen. Etwa durch Tage der offenen Tür oder bei Informationsaktionen in Schulen und bei regionalen Veranstaltungen.
Innungsgeschäftsführer Helmut Münch präsentierte neueste Marktdaten. Demnach haben die Handwerksbäcker bei Brot einen Marktanteil von etwa 45 Prozent. Nach Hinweisen auf aktuelle Preise empfahl Münch den Betrieben, je Sorte Backwaren ein Produkt besonders einfach herzustellen und es sehr günstig anzubieten. Damit sei eine Chance gegeben, den Kunden preislich etwas entgegen zu kommen. Eine weitere Alternative, um aus der Vergleichbarkeit herauszukommen sei, sei nach Gewicht zu verkaufen. Es gebe einige Bäcker, die das erfolgreich praktizierten.
OM Renner sagte, es seien in jüngerer Zeit mehrfach Anregungen an ihn heran getragen worden, in größeren Städten wie Mainz, einen Brotmarkt durchzuführen. Nach den bisherigen Erkenntnissen aus derartigen Aktivitäten könne er das nur unterstützen und dafür plädieren. Das müssten aber die Kollegen vor Ort entscheiden und organisieren. Zum Thema Allergenkennzeichnung sagte Renner, es müsste mit der neuen Verordnung ab Mitte 2011 auch lose Ware entsprechend mit Hinweisen versehen werden. Darüber hinaus sei es wichtig, das Personal entsprechend zu schulen, um Kunden mit Lebensmittelunverträglichkeit richtig beraten zu können. Der Verband bereite hier Seminare für Multiplikatoren vor, die im nächsten Jahr angeboten werden.
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