Regional

Wendeknick macht sich in der Ausbildung bemerkbar

Mitgliederversammlung des Landesinnungsverbandes des Bäcker- und Konditorenhandwerks Mecklenburg-Vorpommern zeigt aktuelle Zahlen auf


Mecklenburg-VorpommernWismar (hhl). Harmonie herrschte auf dem diesjährigen Verbandstag des Landesinnungsverbandes des Bäcker- und Konditorenhandwerks Mecklenburg-Vorpommern in Wismar. Über die Vereinsregularien sowie die Annahme der Haushaltspläne war man sich einig und gespannte Aufmerksamkeit zollten alle Anwesenden dem Vortrag von Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel zum Thema Risikobewertung.

„Das Bäckerhandwerk in Mecklenburg-Vorpommern hat das Ende einer Talsohle erreicht“, sagte der Landesinnungsmeister des Bäcker- und Konditorenhandwerks Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Müller, auf der Versammlung. Die Anzahl der Innungsbetriebe sei in den letzten Jahren kontinuierlich geschrumpft – wegen Nachfolgerprobleme der Betriebe oder Insolvenzen – bleibe jetzt jedoch wohl stabil. Auch vom Land Mecklenburg-Vorpommern hatte der Landesinnungsmeister Positives zu berichten: Im Osten sei die Kaufkraft um 39 Prozent gestiegen, in ganz Deutschland um 13,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 12,7 Prozent. Das ist die niedrigste Quote seit 18 Jahren.

Das Image will gepflegt werden

„Warum glaubt die Öffentlichkeit nicht, dass das Handwerk bessere Qualität produziert?“ fragte Thomas Müller provokativ und nannte einen „Mangel an Profil“ als einen der Gründe. Sein Appell an alle Betriebe: „Werdet aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit. Wenn jeder Betrieb eine Veranstaltung im Jahr für die Öffentlichkeit machen würde und sich mehr an den Landesverbandsaktivitäten beteiligen würde, wäre für ein positives Image schon viel getan.“ Mindestens eine Großveranstaltung wolle die Landesinnung pro Jahr durchführen.

Zum Thema Konkurrenz durch Discounter äußerte er sich wie folgt: „Unsere Brotpreise sind etwa doppelt so hoch wie bei den Discountern. Wir sollten trotzdem keinesfalls in einen Preiskampf einsteigen, das schaffen wir nicht. Wir müssen auf Service und Qualität setzen. Das sind unsere Stärken.“

Nicht nur bei den Fachkräften wird es eng, es fehlen auch junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen möchten. Die Folgen des „Wendeknicks“ seien schon zu spüren, sagte Klaus Tilsen, stellvertretender Landesinnungsmeister und Landeslehrlingswart. „Die Lehrlingszahlen bei den Bäckern sinken. 2004 waren es 430 und 2008 sind es nur noch 307 Auszubildende, die in Mecklenburg eine Ausbildung zum Bäcker machen.“ Die Anzahl der angehenden Fachverkäuferinnen sei weiterhin hoch: „589 haben wir in diesem Jahr“, sagte Klaus Tilsen.

Außerdem wies Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung in Berlin, in seinem Vortrag darauf hin, wie wichtig Hygiene in der Bäckerei ist. Michael Roolf, Präsident des Wirtschaftsverbands Handwerk Mecklenburg-Vorpommern, dankte Nikolaus Junker, Geschäftsführer der Landesinnung Brandenburg, und Landesobermeister vom Landesinnungsverband Saxonia, Roland Ermer, für die gute Zusammenarbeit.

Jahresrechnung genehmigt

Die Jahresrechnung 2007 und der Haushaltsplan 2008, die Heinz Essel, Geschäftsführer der BKV-Nord, vorstellte, wurden ohne Beanstandungen genehmigt. Für die Einnahmen war der Plan 112.3000 Euro und tatsächlich wurden 2007 knapp 99.000 eingenommen. Ein Posten, der differierte, seien die Innungsbeiträge, die mit 75.000 Euro veranschlagt waren und dann nur etwa 67.500 Euro betrugen. Einnahmen aus dem Förderungswerk seien mit knapp 24.000 Euro statt mit 30.000 Euro zu Buche geschlagen.

Die Ausgabenseite im Haushalt 2007 schloss mit einem kleinen Plus ab: Statt des Plans von 112.300 belaufen sich die Ausgaben 2007 auf 110.780 Euro.


Artikel vom 10.11.2008
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