Saarland
Weiterhin vier Innungen im Saarland
Fusionsversuch ist gescheitert / Landesinnungsmeister kündigt Rückzug an

Landesinnungsmeister Roland Schaefer (hier auf der Herbstversammlung) will im Juni nicht wieder kandidieren. Foto: Alt
Hintergrund für die Fusionsabsichten sind die weiter sinkenden Zahlen der Betriebe und Innungsmitglieder. Die aktuellen Zahlen, die Geschäftsführer Gerd Wohlschlegel im weiteren Verlauf der Versammlung bekannt gab, bestätigen den Trend: 1980 gab es 768 Bäckereibetriebe im Saarland, heute sind es 319 (das ist ein Minus von 58,46 Prozent). Die Innung ist aktuell von 269 auf 257 Mitglieder geschrumpft. Der Organisationsgrad ist mit über 80 Prozent aber immer noch hoch. Wohlschlegel konnte außerdem ein Plus von über vier Prozent bei den Lehrlingszahlen vermelden. Nach seinen Angaben sind es im Bäckerhandwerk 215 männliche und 21 weibliche Auszubildende und für den Verkauf 269 weibliche und sieben männliche Auszubildende.
Wichtigster Tagesordnungspunkt war jedoch auf Antrag von Mitglied Josef Welling (Saarwellingen) das Thema „Fusion“. Welling forderte die Kollegen dazu auf, Kirchturmdenken aufzugeben und zugunsten einer starken Interessenvertretung für eine einzige Innung auf Landesebene zu stimmen. Karl-Heinz Kolb, Obermeister der Innung Saarlouis/Merzig, plädierte (und stimmte dann auch) für die Fusion. Er wollte jedoch alles tun, um Unfrieden zu vermeiden. Einige Bäcker aus dem Kreis Merzig-Wadern hatten jedoch erklärt, sie würden die Innung verlassen, falls es zur Fusion käme. Hans-Horst Tinnes (Merzig) stellte den Antrag auf erneute Vertagung. Dafür fand sich allerdings keine Mehrheit. Es kam dann aber auch nicht zu der erforderlichen Dreiviertelmehrheit für die Fusion.
Im übrigen Verlauf der Frühjahrsversammlung bewies die Innung Saarlouis/Merzig Einmütigkeit. Obermeister Kolb erstattete Bericht über die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres, erwähnte unter anderem: Bäckerball, Brotprüfungen, Hygieneseminare, Grillfest, Fahrt zur iba nach München, Erste-Hilfe-Kurs, Stollenprüfung. 2007 sind nach den Ankündigungen von Kolb und des Öffentlichkeitsbeauftragten Hans-Jörg Kleinbauer mehrere Marketing- und Verbandsveranstaltungen geplant.
Einstimmig wurden die Delegierten zum Verbandsdelegiertentag am 20. Juni bei der Handwerkskammer gewählt. Dem Vorstand und der Geschäftsführung des Landesinnungsverbandes wurde nach dem Bericht der Kassenprüfer Günther Müller und Georg Tull Entlastung erteilt. Ebenso einstimmig stimmte die Versammlung dem Haushalt 2007 zu, den Geschäftsführer Gerd Wohlschlegel vorstellte. Wohlschlegel informierte außerdem über das neue, bereits in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und stellte dazu eine Broschüre vor.
Für die meisten der Anwesenden überraschend war die Ankündigung von Landesinnungsmeister Roland Schaefer, er werde im Juni, wenn die Landesdelegiertenversammlung einen neuen Vorstand wählt, nicht mehr zur Verfügung stehen. „Ich habe die Geschichte der Fusion angestoßen. Im Laufe der ganzen Diskussion bin ich etwas amtsmüde geworden“, sagte Schaefer und verabschiedete sich bereits von den Kollegen der Bäckerinnung Saarlouis/Merzig.
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