Baden & Württemberg
Weiter kooperieren statt fusionieren
Innung Müllheim: OM Magnus erwartet von der HWK, dass sie zu ihrem Wort steht

Urkunden und Medaillen von der Brotprüfung überreichte Obermeister Martin Magnus den anwesenden Innungsmitgliedern Friedrich Ruf, Franz Klein, Klaus Ebner, Markus Faller und Michael Singer (von links). Fot
Es sei natürlich nicht gut, wenn Handwerker nicht mehr ausbilden, doch müsse man auch sagen, warum das so ist. Ein Grund sei sicher der immer tiefer sinkende Wissensstand der Auszubildenden, die zu wenig Grundwissen aus Elternhaus und Schulen für ihren künftigen Beruf mitbringen.
Gehe es um Fusionen, dann arbeite die Handwerkskammer Freiburg mit unehrlichen Argumenten. „Was gilt eigentlich noch das gesprochene Wort?“, fragte Magnus und erinnerte an Besprechungen mit der Kammer. Kooperationen sind nicht Fusionen, stellte der Müllheimer Obermeister fest. Dagegen werde eine kooperative Zusammenarbeit der Bäckerinnung Müllheim mit den Innungen Lörrach und Waldshut schon lange praktiziert und das zum Vorteil aller drei Innungen. Daran wolle Müllheim auch in Zukunft festhalten, ohne Selbständigkeiten aufzugeben.
Wieder einmal Gast bei der Innung Müllheim war der frühere Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes Baden, Wolfgang Mößner. Mößner nannte das Handwerk eine tragende Säule für die berufliche Ausbildung. „Wenn wir es nicht tun, wer soll es dann tun“, fragte er.
Wo können die Bäckereien Energie einsparen, war das Thema in den Referaten von Ernst Schwefel vom Landesinnungsverband und vom Lörracher Obermeister, Fritz Trefzger jun. „Welche Energieform ist für uns richtig?“, fragte Schwefel und gab darauf auch die Antworten. Strom sei noch am teuersten, schon deshalb verdiene es Beachtung, wenn die Industrie an kürzeren Backzeiten bei gleichzeitiger Backwarenqualität arbeite. Weitere Themen waren Beleuchtung der Läden, die Raumwärme und das Warmwasser, wo überall noch Sparpotenziale vorhanden seien. Trefzger berichtete über Einzelheiten eines Stromvertrages der Bäckerinnungen am Hochrhein mit einem lokalen Energieunternehmen. Diese 1999 begonnene Zusammenarbeit habe sich im Laufe der Jahre erfolgreich entwickelt und die Bäcker möchten daran nichts mehr ändern. Trefzger lud die Kollegen der Innung Müllheim ein, sich an dieser Zusammenarbeit zu beteiligen, um ebenfalls in den Genuss günstiger Strompreise zu kommen.
Anschließend überreichte Obermeister Magnus Urkunden und Medaillen der letzten Brotprüfung. Einzelne Betriebe wurden gleich mehrfach ausgezeichnet. Klaus Ebner in Münstertal erlebte einen wahren Goldregen.
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