Bayern
Wachstum vor allem bei den Kosten
Innung Cham: OM Fritz Berg fordert, Kalkulationen auf den Prüfstand zu stellen

Am Vorstandstisch: Obermeister Fritz Berg (2. v.l.), Vize Willi Limmer (l.), Geschäftsführer Theo Pregler (2.v.r.) von der Kreishandwerkerschaft Cham und Bäko Niederlassungsleiter Claus Simmel aus Straubing (r.), die die Mitglieder der Innung Cham üb
Obermeister Fritz Berg konnte im Hotel Randsberger Hof eine ansehnliche Zahl von Mitgliedsbetrieben begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem Ehrenmitglied Hans Korherr, Vize Willi Limmer, den Fachlehrern Jarno Hutterer, Martin Sixt und Martin Holzapfel sowie Geschäftsführer Theo Pregler von der Kreishandwerkerschaft Cham. Ebenso begrüßte er den Niederlassungsleiter der Bäko Straubing, Claus Simmel.
Zur aktuellen Lage informiert Obermeister Fritz Berg, dass die Zahl der Betriebe weiter rückläufig sei. „Der Abschmelzungsprozess ist noch nicht zu Ende“, so Berg. Die Zahl der Betriebe in Bayern ist im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent auf 3338 zurückgegangen. Damit sind 64 Betriebe in den Handwerksrollen der bayerischen Handwerkskammern gelöscht worden. Obwohl Supermärkte und Discounter den Verdrängungswettbewerb anheizen, konnte das Bäckerhandwerk noch einen Verkaufsanteil von rund 61,5 Prozent am gesamten deutschen Bäckerhandwerk für sich verbuchen. Allerdings ist dieser Marktanteil in den letzten Jahren geschrumpft. Um dem entgegenzuwirken, muss dem Verbraucher die Wertigkeit der handwerklichen Backwaren bewusst gemacht werden. Außerdem will der Landesinnungsverband Zukunftskonzepte für die Erschließung neuer Märkte entwickeln.
Im Bereich des Umweltschutzes und der Umweltpolitik sind die Müllentsorgungsproblematik und die Flächennutzung für regenerative Energien Topthemen. Seit Inkrafttreten der Verpackungsverordnung im Jahr 1991 konnte das Nahrungsmittelhandwerk vor der Lizenzierungspflicht bewahrt werden. Nun wird das Duale System Deutschland (DSD) auch die Bäcker zur Kasse bitten. Der bayerische Landesinnungsverband hat zwar alle Kräfte mobilisieren, um die vom Bundesumweltminister Gabriel auf den Weg gebrachte 5. Novelle der Verpackungsverordnung so abzuändern, damit die Bäckereien nicht zahlen müssen, so Obermeister Fritz Berg. Leider nicht mit dem erhofften Erfolg (siehe Bericht auf Seite 1).
Ein weiteres Thema, mit dem sich die Bäckerinnung Cham auseinander setzte, war der Beimischungszwang von Bioethanol zu den Kraftstoffen. Dadurch steigt der Bedarf an Agrarrohstoffen stark an. Die Getreidenachfrage wird steigen und somit auch der Preis. Claus Simmel, Niederlassungsleiter der Bäko Straubing sieht dies genauso. „Die Situation ist außergewöhnlich“, so Simmel, der das aktuelle Preisgeschehen auf den Rohstoffmärkten analysierte.
Keine Einwände gab es gegen die von Geschäftsführer Theo Pregler von der Kreishandwerkerschaft vorgelegte Jahresrechnung und den Haushaltsplan. Beides wurde einstimmig genehmigt.
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