Bayern

Viel zu wenig Bäckerlehrlinge im Einsatz

Innung Freising: Der Bäckerabteilung der Berufsschule Freising droht die Auflösung


Freising (nik). Erfolgreiches Marketing aufgrund von öffentlichen Aktionen, Klagen über ungenügenden Leistungen der Lehrlinge und die Gefahr einer Auflösung der Bäckerabteilung in der Berufsschule Freising wegen zu geringer Schülerzahlen, waren die herausragenden Themen in der Versammlung der Bäckerinnung Freising. OM-Stellvertreter Josef Muschler trug den Bericht des erkranken Obermeisters vor und ging auf die Aktionen der Innung – von der Apfeldatschi-Aktion über Präsentation der Gesellenstücke bis zur Freisprechungsfeier und der Brotprüfung ein. Von den 55 eingereichten Proben wurden 29 als „sehr gut“ und neun mit „gut“ bewertet.

Die allgemeine Lage im Bäckerhandwerk sei weiterhin schwierig, stellte Muschler fest und sagte, die allgemeinen Kostensteigerungen würgten die positive Wirtschaftsentwicklung ab. Er kritisierte, dass die Politik offensichtlich nicht mehr in der Lage sei, dagegen etwas zu unternehmen. So habe sich auch die Zahl der backenden Betriebe in Bayern weiter um 64 auf insgesamt 3338 verringert.

In der Bäckerinnung Freising sind derzeit, wie im Vorjahr, 22 Mitglieder organisiert. Die Versammlung bestätigte die bisherigen Rechnungsprüfer Ulrich Schindele und Sebastian Mauermair einstimmig in ihren Ämtern.

Am verkaufsoffenen Sonntag beteiligten sich einige Bäcker mit der Apfeldatschi-Aktion und verkauften 2400 Stück, die einen Erlös von 1800 Euro erbrachten, der für ein Behindertenprojekt gespendet wurde, fuhr Josef Muschler fort. Dabei wurden von freiwilligen Helfern 300 kg Äpfel mit der Hand geschält, weil die Schälmaschine ausgefallen war.

Als Termin für die Gesellenprüfung für Bäcker und Verkäuferinnen wurde der 3., 10. und 11. März festgelegt. Was die Ausbildungsstellen anbelangt, sehe es nicht gut aus, berichtete der OM-Stellvertreter weiter.

Derzeit werden in der Innung 37 Bäcker und 31 Verkäuferinnen ausgebildet, darunter nur mehr jeweils neun im ersten und zweiten Lehrjahr. Er erinnerte kurz an die Gesellenprüfung 2007 mit einem Notendurchschnitt von 2,95 und die Zwischenprüfung mit der Durchschnittsnote 4,06 und sagte: „Viele unserer Lehrlinge wollen in der Schule nicht arbeiten.“ Auf die allgemein vorgebrachte Klage über mangelnde Fähigkeiten im Kopfrechnen meinte ein Diskutant, wenn man sich um seinen Lehrling intensiv kümmere, seien auch die Schulleistungen besser. Er verwies darauf, dass sein Sohn mit den Lehrlingen eine Art Nachhilfeunterricht betreibe, der Erfolge bringe.

Dr. Elfriede Bärwinkel von der Berufsschule Freising machte deutlich, dass bei zu wenig Lehrlingen – wie derzeit noch jeweils neun im ersten und zweiten Ausbildungsjahr – die Bäcker an anderen Berufsschule unterrichtet werden müssten. Damit würde auch die Innung ein wertvolles Stück ihrer Tradition verlieren. Dr. Bärwinkel betonte, die Schule unterstütze alle Maßnahmen zur Lehrlingswerbung.

So ist im April ein Partnerschaftstag geplant, bei dem Lehrlinge Hauptschülern Einblick in die Berufsausbildung und den Schulunterricht geben. Allerdings sei ein großes Problem die mangelhafte Anbindung der Berufsschule Freising an die öffentlichen Verkehrsmittel. Abschließend ging sie noch auf den Lehrermangel ein und berichtete, dass sich zwei Meister, trotz schlechter Bezahlung, bereit erklärten, den Unterricht von zwei in den Ruhestand verabschiedeten Fachlehrern zu übernehmen.


Artikel vom 24.01.2008
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Regional vom 24.01.2008:

Fachvereine setzen auf Fortbildung
„Der Meisterbrief ist die Lizenz für Freiheit“
Das Niveau muss stimmen
5000 Euro für die „Justus“
Bio-Backwaren herstellen
Mit neuem Schriftführer
Auslandseinsatz bietet fachlich Impulse
IKK spendet für Kinder
Brotgenuss trotz Allergieproblemen
Verkaufsschulung angeregt

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Regional


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Dinkel-Hirse-Brot
Rezept der Woche Ballaststoffreiches Brot mit langer Frischhaltung mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!