Baden & Württemberg
Verkauf und Marketing weiter optimieren
Akademiedirektor Bernd Kütscher zu Gast bei der Bäckerinnung Emmendingen

Großes Aufgebot bei der Innung Emmendingen: von links die Obermeister Fritz Trefzger jr., Lörrach, Otto Käufer, Lahr, Helmut König, Offenburg, Innungsgeschäftsführerin Christa Körner, Landesinnungsmeister Walter Augenstein, Direktor Bernd Kütscher un
Obermeister Horst Gerber freute sich über den guten Besuch und die Anwesenheit ungewöhnlich vieler Bäckersfrauen und Verkäuferinnen. Das war gut so, denn sie sprach Kütscher in seinem Vortrag besonders an, weil nicht in der Produktion, sondern im Verkauf die meisten Fehler gemacht werden. Gerber hatte zuvor den Referenten begrüßt, der sich die Zeit genommen habe, in den Kreis Emmendingen zu kommen. Ebenso freute sich der gastgebende Obermeister, dass seine Einladung nicht nur bei der eigenen Innung ein so erfreuliches Echo gefunden habe, sondern weit darüber hinaus. Landesinnungsmeister Walter Augenstein war gekommen und mit ihm die Obermeister Fritz Trefzger jr. aus Lörrach, Otto Käufer aus Lahr und Helmut König aus Offenburg.
Bernd Kütscher, mehrmaliger Stollen-Oskar-Gewinner, hatte aufmerksame Zuhörer und Zuhörerinnen, als er in seinem Vortrag einen Zeitrahmen von 50 Jahren spannte, der nicht ohne gravierende Veränderungen am Bäckerhandwerk vorbei gegangen sei. Vor 50 Jahren habe es noch nicht die inzwischen zahlreich auftretenden Supermärkte gegeben, Produktion und Lebensgewohnheiten hätten sich radikal verändert.
Auch die Arbeitswelt sei anders geworden. Der Verkauf von Backwaren sei längst nicht mehr das Monopol der Bäckereien, wenn auch deren Vorteile sich nicht geändert hätten.
Kütscher nannte hier die handwerkliche Backkunst, die persönliche Beratung und Bedienung der Kunden. Um so bedauerlicher sei es, dass im Bäckerladen die meisten Fehler gemacht werden.
Noch zu selten werde der Kunde so freundlich begrüßt und beraten, wie er es gerne möchte und wie er es an Tankstellen und Supermärkten nicht erwarten könne. „Warum nutzen wir unsere Chancen so wenig?“, fragte Kütscher ins Publikum und sprach hier ganz gezielt den Verkauf an. Die Welt habe sich verändert. „Haben Sie sich auf diese Veränderungen eingestellt?“ Der Kunde wolle mehr Aufmerksamkeit und sie koste den Bäcker nichts. In der Qualität, die eindeutig im Trend liege, seien die Bäcker unschlagbar. Warum nicht auch im Verkauf? Klar formuliert waren die Aussagen Kütschers zur gegenwärtigen Preispolitik. Hier forderte er seine Zuhörer zu mehr Mut auf, denn schließlich sage der Preis sehr viel über die Arbeit und ihre Qualität aus. Da sollte man ehrlich sein, und nichts verschenken. Der Kunde verlange das auch nicht. Wichtig sei die Wahrung von Regionalität. Auch sie bewege sich auf der Trendschiene. „Kaufen Sie Mehl aus der regionalen Mühle, auch wenn es ein paar Cent mehr kostet. Die Kunden danken es Ihnen“, so Kütscher. Es garantiere ein Topangebot in maximaler frische. Das sei genau der Punkt, wo der Bäcker keine Abstriche machen dürfe.
Noch sehr zahlreich waren die Vorschläge und Anregungen, die Kütscher seinen Zuhörern mit auf den Weg gab. So sollte man schon die Kunden von morgen nicht übersehen. Kindermarketing sei ganz wichtig. „Denken Sie nach, was Sie da bisher getan haben!“ Leere Regale nannte der Referent geschäftsschädigend. Das Warenangebot müsse für den Kunden gut sichtbar sein, schon wenn er den Laden betritt. Der Hinweis auf gesunde Produkte sei schon selbstverständlich. Nicht so eine vernünftige Presse- und Medienarbeit. Da geschehe noch viel zu wenig. Der Kontakt mit der Lokalzeitung sei umsatzfördernd.
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