Saarland
Verhaltener Optimismus ist angesagt
Gut besuchte Frühjahrsversammlung der Bäckerinnung Saarpfalz

Auf der Frühjahrsversammlung der Bäckerinnung Saarpfalz begrüßte Obermeister Herbert Jakobs (stehend) eine stattliche Zahl von Mitgliedern. Foto: Alt
Zur Freigabe der Öffnungszeiten bundesweit bemerkte er: „Die saarländische Landesregierung hat die Akzente richtig gesetzt und den Ladenschluss nicht ganz gekippt. Denn längere Öffnungszeiten sind von Vorteil nur für die Großen.“ Die Konkurrenz für die Handwerksbetriebe sind die Discounter. Die Bäckermeister pflegen einen kultivierten, freundschaftlichen Umgang. Jakobs erwähnte im Rückblick viele gesellschaftliche Ereignisse der Innung. Er bedauerte allerdings, dass das Interesse der Mitglieder an solchen Treffen nachlasse. Unterschiedlich stark nachgefragt seien Erste-Hilfe-Kurse, Fahrsicherheitstraining, Hygieneseminare sowie die freiwilligen Brotprüfungen. Besonders gut sei die erstmalig durchgeführte Stollenprüfung angekommen.
Gerd Wohlschlegel, Geschäftsführer des Bäckerinnungsverbandes Saarland, ergänzte den Rückblick mit Hinweisen auf die Delegiertentage mit den Schwerpunktthemen Arbeitsrecht und Hygieneverordnung sowie die gut besuchten Hygieneseminare. Dann stellte Wohlschlegel die aktuellen Zahlen zur Innung vor: Zurzeit sind 21 Betriebe weniger als vor einem Jahr in der Handwerksrolle bei der Handwerkskammer eingetragen. „Damit hat die Handwerkskammer so viele Bäckereien verloren wie nie zuvor“, sagte Wohlschlegel. Die Zahl der Bäckereien ging von 351 auf 330 zurück. Beim Innungslandesverband war ein Rückgang um 14 Mitglieder von 283 auf 269 zu verzeichnen. In der Bäckerinnung Saarpfalz sind 40 Mitglieder und 17 Gäste gemeldet, ein Jahr zuvor waren es noch 42 Mitglieder und 21 Gäste. An die goldenen Zeiten, als das Bäckerhandwerk noch über 1000 Auszubildende hatte (in den 1980-er Jahren) reicht die Zahl der bestehenden Ausbildungsverhältnisse heute längst nicht mehr heran. Dennoch bildet das Bäckerhandwerk nach wie vor viele junge Leute für die Backstuben und den Verkauf aus. Laut Wohlschlegel gingen die Lehrlingszahlen von 520 vor einem Jahr auf aktuell 492 zurück. Davon erlernen 205 junge Männer und 25 junge Frauen das Bäckerhandwerk. Und außerdem werden 259 Bäckereiverkäuferinnen und drei -verkäufer ausgebildet. „Viele Gewerke haben solche Zahlen nicht“, kommentierte Wohlschlegel. Die Haushaltszahlen präsentierend, stellte er fest: „Das ist eine gesunde Innung.“
Landesinnungsmeister Roland Schäfer kündigte an, wegen der sinkenden Betriebszahlen und des sinkenden Interesses der Bäcker an Innungsveranstaltungen müsse man im nächsten Jahr über die Bildung einer einzigen Innung auf Landesebene nachdenken – vielleicht bereits im nächsten Jahr. Die noch bestehenden vier Bäckerinnungen im Saarland gingen dann darin auf.
Außerdem machte Schäfer darauf aufmerksam, dass neue Tarifverhandlungen bevorstehen und ab diesem Jahr Arbeitssicherheitskurse verpflichtend vorgeschrieben seien.
Weitere Nachrichten aus Regional vom 27.04.2006:
„Sehr gut“ abgeschlossen
Bewusstsein für gut Lebensmittel fördern
„Meistermarke“ ist ein Erfolg
Die Mitarbeiter am Erfolg beteiligen
Brotprüfung hautnah erlebt
Rund um Ausbildung und Hygiene
OM Haack im Amt bestätigt
Vom Life-Style hin zum Health-Style
Thomas Wetzel wieder Vize
OM Matthias Söllner im Amt bestätigt

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"