Sachsen
Verbesserung der Ausbildung im Visier
Bäckerinnung Chemnitz beriet über Umsetzung der neuen Ausbildungsverordnungen

Obermeister Wolfgang Meyer bat die Kollegen um Mithilfe bei der Erarbeitung einer eindrucksvollen Chronik anlässlich des 600-jährigen Bestehens der Bäckerinnung Chemnitz im Jahre 2009.
„Unser Ziel in der Ausbildung und in den Prüfungen muss es sein, den Lehrlingen zu guten Leistungen und entsprechenden Noten zu verhelfen“, steckte Ralf Zimmermann als Mitglied des Berufsbildungsausschusses des Landesverbandes „Saxonia“ einen wichtigen Grundsatz ab. „Es ist für die Zukunft unseres Bäckerhandwerks um so wichtiger, dass die Leistungen der Prüflinge inzwischen nicht nur in der Theorie, sondern zunehmend auch in der Praxis immer – um es vornehm auszudrücken – ‚zwielichtiger’ ausfallen.“
Der erfahrene Bäckermeister machte in seinen Ausführungen die Unterschiede zwischen der neuen und der alten Ausbildungsordnung deutlich und empfahl den Ausbildungsmeistern, sich einmal die Prüfungsarbeiten ihrer Schützlinge anzusehen, um sich die Erfolge und auch Defizite der betrieblichen Ausbildung persönlich vor Augen zu führen, um daraus Schlussfolgerungen für die eigene Tätigkeit als Ausbilder zu ziehen. „Jeder Ausbildungsmeister sollte mehr als bisher den Lehrling im Hinterkopf haben – nicht vordergründig als Arbeitskraft in der Backstube, sondern als Lernenden, dem man praktische Arbeiten beibringen muss“, forderte Zimmermann.
Berufsschullehrerin Müller hat im lernfeldorientierten Unterricht bemerkt, dass es den jungen Leuten sehr schwer fällt, mit der neuen Lernmethode zurecht zu kommen und sie kaum in der Lage sind, selbstständig Verknüpfungen zwischen den Lerninhalten der verschiedenen Handlungsbereiche zu erstellen. „Das entsprechende Ergebnis kam prompt, denn trotz guter Vornoten wie noch niemals zuvor ist die Zwischenprüfung absolut schlecht, um nicht zu sagen fürchterlich, ausgefallen.“
Doch damit sei das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht, denn im 2. und 3. Lehrjahr stehen nunmehr auch die Herstellung von Backwaren-Snacks und von kleinen Gerichten auf dem Lehrplan, die in vielen handwerklichen Betrieben vor allem im ländlichen Bereich überhaupt nicht produziert und deshalb auch nicht geübt werden können. „Ich kann die Ausbildungsmeister nur bitten, sich beim Landesverband dafür stark zu machen, dass solche Elemente verstärkt an der Bäckerfachschule angeboten werden, denn die Sauerteigherstellung muss nicht in Dresden, sondern kann in jedem Handwerksbetrieb geübt werden“, betonte Ursula Müller.
Obermeister Wolfgang Meyer blickte kurz auf das Jahr 2006 mit den beiden Innungsversammlungen, der öffentlichen Brotprüfung im Industriemuseum, der gemeinsamen Freisprechungsfeier mit der Fleischer- und Konditoreninnung sowie auf die Bäckerglückswochen und die Ausfahrt der Senioren im Dezember zurück. „Dieses kollegiale Miteinander wollen wird uns für heute und die Zukunft unbedingt erhalten“, betonte der Obermeister und orientierte bereits auf das 600-jährige Bestehen der Innung im Jahre 2009. „Dieses Jubiläum wollen wir natürlich gebührend feiern. In Vorbereitung auf dieses Fest entsteht derzeit mit Hilfe von drei ABM-Kräften der Kreishandwerkerschaft eine Chronik unserer Bäckerinnung.“
Abschließend informierte Geschäftsführer Ben Hartmann von der Bäko Süd-Mitteldeutschland über ein sehr gutes Geschäftsjahr 2006, in dem unter dem Motto „Projekt Zukunft“ ein Umsatz von 70 Millionen Euro erzielt und die Sachkosten zum zweiten Mal in Folge um über 100.000 Euro reduziert werden konnten.
Er informierte die Kollegen über den geplanten Anbau eines Trockenlagers am Standort Lichtenstein, der ab 2009 genutzt werden soll. „Damit werden wir in der Lage sein, größere Partien einzukaufen und unserem Auftrag gegenüber den Mitgliedern gerecht zu werden, auch noch in 15 Jahren ein verlässlicher und wettbewerbsfähiger Großhändler zu sein.“
Die Entscheidung, diesen Anbau vor allem aus logistischen Gründen in Lichtenstein zu erstellen, sei keineswegs eine Entscheidung gegen den Standort Chemnitz, entkräftete Hartmann die bereits kursierenden Gerüchte.
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