Bayern

Verbessertes Arbeitsklima ausgezeichnet

Bäckerei Wolf betreibt Umweltmanagement und erhält Zertifikat


Augsburg (ke). Insgesamt 19 Unternehmen aus der Region wurden kürzlich im Augsburger Rathaus von Oberbürgermeister Paul Wengert für die erfolgreiche Teilnahme an der dritten Runde des Ökoprofit-Projekts ausgezeichnet. Elf Unternehmen haben im Rahmen des Ökoprofit-Klubs ihr bestehendes System weiterentwickelt und Maßnahmen zu Verbesserung ihrer Umweltbilanz umgesetzt. Acht Betriebe bauten als Neueinsteiger ein Umweltmanagement nach den Ökoprofit-Vorgaben auf. Darunter die Bäko Schwaben, Bäcker- und Konditorengenossenschaft eG, Augsburg und Kempten, sowie die Bäckerei Konditorei Wolf GmbH. Die Bäckerei Wolf war 1931 von Johann Baptist Lindermeir in der Augsburger City gegründet worden. Ab 1945 führten Xaver und Betty Wolf, geborene Lindermeir, den Familienbetrieb, der 1972 an Erni und Rainer Wolf überging. Heute beschäftigt das in vierter Generation von Stefan und Alexander Wolf geführte Unternehmen, rund 160 Mitarbeiter.

Der Name Ökoprofit steht für „ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik“. Zweck von Ökoprofit ist es, wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte in Einklang zu bringen. Dabei gibt es zwei Gewinner: die Umwelt, die weniger belastet wird und das Unternehmen, das Kosten einspart. Elf Ökobetriebe haben ihre Maßnahmen im Abschlussbericht 2004/2005 vorgestellt und die Kosteneinsparungen genauer analysiert. Insgesamt verringerten die ausgewerteten Betriebe ihre Kosten pro Jahr um 234.000 Euro. Kleinere Unternehmen mit bis zu 99 Mitarbeitern konnten ihre Kosten um durchschnittlich 5.535 Euro reduzieren. Betriebe mit mehr als 1.000 Mitarbeitern kamen auf Kosteneinsparungen von durchschnittlich 29.033 Euro. Der jährliche Energieverbrauch aus Kraftstoffen verringerte sich um 196.178 kWh, was eine Reduktion der CO²-Emission um ca. 109.000 kg zur Folge hat.

Die Bäckerei Wolf etwa verbraucht jetzt durch ein spezielles Fahrertraining, das von August bis September 2005 stattfand und 1.500 Euro kostete, 10 Prozent weniger Dieselkraftstoffe. Ein im Mai eingerichtetes hausinternes Mailing-System schlug mit 500 Euro zu Buche, rechnet sich aber durch geringeren Papierverbrauch und Zeitersparnis. Den größten Einsparungseffekt allerdings erwartet das Unternehmen durch die Verbesserung der Fensterbelüftung in der Produktion, wofür 22.000 Euro investiert wurden: Seit Juli 2005 läuft die Lüftung der Backstube an der Stuttgarter Straße um 40 Prozent weniger. Mit diesen Maßnahmen spart das Familienunternehmen rund 6.300 Euro und entlastet die Umwelt um den Verbrauch von 33.000 kWh Energie und 3.200 l Dieselkraftstoff. Für das kommende Jahr sollen weitere Maßnahmen – Nutzung von Tageslicht in der Produktion, Optimierung der Wärmerückgewinnung aus Kälteanlagen und Öfen, und Lichtsteuerung über Bewegungsmelder in Keller und Lager – zusätzliche Einsparungen bringen. Allein der Austausch der Aluverkleidung durch ein Glasdach wird voraussichtlich 20.000 Euro kosten.


Artikel vom 03.11.2005
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