Bayern

Unter Druck: Weniger Kunden und Umsatz

Versammlung in Erding / Enttäuschende Beteiligung an Brot- und Stollenprüfung


Erding (nik). „Unser Handwerk muss sich verstärkt gegen die Billiganbieter abgrenzen“, forderte Obermeister Anton Ways in der Versammlung der Bäckerinnung Erding, zu der sich rund 20 Teilnehmer im Gasthaus Kreuzeder getroffen hatten. Wie Anton Ways sagte, gerate das Bäckerhandwerk auch in der Region Erding zunehmend unter Druck. Als erfreulich stellte er heraus, dass die Innung am 6./7. Mai 2006 in der Stadthalle den Verbandstag des Bayerischen Bäckerhandwerks ausrichten werde.

Obermeister Anton Ways ging in seinem Bericht kurz auf den Bayerischen Verbandstag ein und rief die Kollegen dazu auf, Unterlagen und Fotos, vor allem aus längst vergangenen Tagen, für die zu erstellende Chronik der Innung zur Verfügung zu stellen. Er bat die Betriebe auch um Spenden für die Tortentombola beim Handwerkerball am 4. Februar und erinnerte daran, dass diese Tombola der entscheidende Besuchermagnet für den Ball sei. Schließlich schlug der Obermeister vor, künftig langjährige Mitarbeiter der Betriebe alljährlich in der Hauptversammlung der Innung zu ehren.

Im weiteren Verlauf seines Berichts beklagte der Anton Ways die Kampf- und Niedrigpreise der Discounter und des Lebensmittel-Einzelhandels in der Region Erding und stellte fest, das örtliche Bäckerhandwerk gerate dadurch immer mehr unter Druck. Nicht nur die Umsätze, sondern auch die Kundenzahlen seien rückläufig, stellte er fest. Es sei zu befürchten, dass es den Bäckern einmal wie den Schneidern gehe, meinte er: „Jeder hat genügend Bekleidung, aber Schneider findet man kaum mehr.“

Die technische und wirtschaftliche Entwicklung der Branchenstruktur habe zu einem völlig veränderten Nachfrageverhalten der Verbraucher geführt, fuhr er fort. So bezögen Discounter und Tankstellen aus osteuropäischen Ländern Tiefkühl-Teiglinge und schmückten sich dennoch mit einem falschen Bäckerimage. Dies scheint aber niemand zu interessieren, selbst wenn dadurch viele qualifizierte Arbeitsplätze vernichtet oder in das Ausland verlagert werden.

Alle Betriebe und insbesondere die Handwerksverbände müssten auf diese Entwicklung viel entschiedener reagieren, betonte Anton Ways. „Der Verbraucher wird noch mehr zu diesen Billiganbietern abwandern, wenn er die Qualitätsunterschiede zum Bäckerhandwerk nicht schmeckt oder beim Service die gleiche Anonymität erlebt, wie bei den Discountern.

Als enttäuschend bezeichnete er die Teilnahme von nur rund einem Drittel der Innungsbetriebe an der Brot- und Semmel- sowie der Stollenprüfung. So haben sich an der Brot- und Semmelprüfung nur acht Betriebe mit 38 Sorten Brot und 23 Semmelarten beteiligt. Bei der Stollenprüfung waren es sogar nur sechs Betriebe, die 23 Stollensorten eingereicht hatten.

Dr. Ing. Heinrich März von der Berufsgenossenschaft informierte über die neuen Anforderungen aufgrund der Betriebssicherheits-Verordnung. Er wies darauf hin, dass ab 1. Januar 2006 alle Betriebe das Explosionsschutz-Dokument, gemäß der Betriebssicherheits-Verordnung vorlegen müssten. Der Referent ging dann ausführlich auf die Gefährdung durch Mehlstaub-Verpuffungen ein und wies auf Maßnahmen zur Vermeidung von gefährlichen Mehlstaubkonzentrationen und vor allem Zündquellen hin. Weiter machte er auf organisatorische Maßnahmen, wie schriftliche Betriebsanweisungen sowie die jährliche Unterweisung des Personals aufmerksam.

Obermeister Anton Ways stellte dazu fest: „Wenn ein Betrieb ordentlich und sauber geführt wird, dann wird es kaum zu Mehlstaub-Verpuffungen kommen können.“


Artikel vom 05.01.2006
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