Nordrhein-Westfalen

Ungewohnt optimistisch

HWK-Ostwestfalen: Ernährungshandwerk legt zu


Bielefeld (ke). Die aktuelle Frühjahrsumfrage der HWK Ostwestfalen-Lippe ist von viel Optimismus geprägt. Wie die Kammer meldet, beurteilen die rund 20.000 Mitgliedsbetriebe trotz erneuter Verschlechterung ihrer Geschäftslage die kommenden Monate positiver als bei der letzten Herbstumfrage, und das, obwohl die aktuelle Geschäftslage derzeit von nur 10 Prozent (Herbst 13%) der Unternehmen als gut beurteilt wird.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage im regionalen Handwerk hat sich seit der letzten Umfrage im Herbst 2004 zwar spürbar verschlechtert, lässt aber andererseits gegenüber den Ergebnissen der letzten beiden Frühjahrs-Umfragen in 2004 und 2003 eine leichte Stimmungsaufhellung erkennen. Optimistisch beurteilen heute 20 statt 13 Prozent die Geschäftserwartungen für das nächste Halbjahr. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 %) geht allerdings von einer unveränderten Situation aus. Die schwierige Lage für die Unternehmen zeige sich deutlich bei der gemeldeten Umsatzentwicklung: Höhere Umsätze erzielten nur 12 Prozent (17 % im Herbst 2004) der Befragten. Rückläufig war der Umsatz demgegenüber bei 54 Prozent (41 %).

Angesichts der nach wie vor schwachen Nachfragesituation hat sich der Konkurrenz- und Preisdruck im Handwerk weiter verschärft. Nur 11 Prozent (12 %) der Unternehmen berichten von gestiegenen, 40 % Prozent (34 %) von gesunkenen Verkaufspreisen. Lediglich 13 Prozent (14 %) erwarten für die Zukunft ein steigendes Preisniveau. Dazu gehören das Kfz-Gewerbe und das Nahrungsmittelhandwerk. Bei Bäckern, Konditoren und Fleischern hat sich das Geschäftsklima gegenüber dem Herbst sichtlich verbessert und liegt jetzt mit 75 Punkten an zweiter Stelle im Branchen-Ranking des Handwerks. Gut entwickelt hat sich der Geschäftsklimaindex (GKI) mit 81,3 Punkten bei den Bäckern, obwohl diese einer extrem harten Preiskonkurrenz durch Backshops ausgesetzt sind. Auch im Fleischerhandwerk konnte sich der GKI auf 71,9 Punkte steigern. Insgesamt berichten 14 Prozent der Unternehmen des Nahrungsmittelhandwerks von einer guten Geschäftslage; knapp ein Drittel aber ist immer noch unzufrieden. Laut HWK sind dies aber immerhin die zweitbesten Werte im Branchenvergleich.

Die beschriebene harte Konkurrenzsituation drückt der Konjunkturumfrage zufolge allerdings auf die Verkaufspreise – etwa jeder Dritte Betrieb beklagt hier eine rückläufige Entwicklung. Trotzdem erwarten fast 2/3 der Unternehmen in den kommenden Monaten eine stabile Geschäftsentwicklung; 17 Prozent sogar eine weitere Verbesserung. Und fast 40 Prozent gehen davon aus, dass sie demnächst höhere Preise am Markt durchsetzen können. Das ist die mit Abstand optimistischste Einschätzung aller Branchengruppen und gilt auch für die Investitionsabsichten: 17 Prozent (gegenüber nur 7 % im Durchschnitt aller Betriebe) gehen von steigenden Investitionen im nächsten Halbjahr aus.


Artikel vom 16.06.2005
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