Hessen

Umsatzwachstum im Visier

Bäckerinnung Gießen: Vorstand wiedergewählt


Gießen (dtp). „Die Umsatzsteigerung des Bäckerhandwerks ist einzig durch die höhere Qualität und Produktvielfalt unseres Handwerks erreicht worden,“ sagte Obermeister Walter Kwartnik bei der Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Gießen. Zuvor hatte er die vom ZV genannten Daten erwähnt, wonach in 2005 von einem Plus von gut zwei Prozent ausgegangen werden könne.

„Nur so können wir in einem hart umkämpften Markt die gestiegenen Produktionskosten an unsere Kunden weitergeben und trotzdem mehr Backwaren verkaufen,“ fügte er hinzu. Zur aktuellen Schnäppchenmentalität meinte er, es sei zwar kurzfristig ein tolles Gefühl, Schnäppchen machen zu können. Mittelfristig führe dieser Weg weg vom Wohlstand hin zu Konzentration und Abbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. „Denn Schnäppchen-Mentalität bleibt nicht bei den Produkten stehen, sie wird sich zwangsläufig auch auf die Entlohnung und die Beschäftigung der Mitarbeiter auswirken. Ja sogar auf die gesellschaftlichen Systeme und die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen.“ Unbedingt erhalten werden müsse der gute Ruf des Handwerks, stets für Ausbildungsplätze ein hohes Engagement aufzubringen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und schwacher Konjunktur. In den Betrieben der Innung werden derzeit 39 Bäcker- und 59 Verkaufslehrlinge ausgebildet. Kwartnik wies darauf hin, dass der neue Schulleiter Bremer beabsichtige, in Gießen an der Alice-Schule ein ernährungsgewerbliches Kompetenz-Zentrum aufbauen zu wollen. Das begrüße er, weil damit Vorteile verbunden seien. Etwa bessere Fachraumausstattung, mehrere Jahrgangsklassen erlaubten Stütz- und Förderangebote und es gebe keine Kombiklassen zweites und drittes Lehrjahr sowie mit Berufs-Grundbildungsjahr (BGJ).

Bei den anstehenden Vorstandswahlen wurde das Team um OM Walter Kwartnik wieder gewählt.

Betriebsberater Ralf-Jürgen Keller stellte ähnlich wie beim Verbandstag Daten und Fakten dar. Ein Schwerpunkt lag darauf, wie man mit Nutzung von Kennzahlen agieren kann, um Schwund in den Griff zu bekommen. Weiter plädierte Keller dafür, dass das Sortiment hochwertig und straff werden müsse. Wichtig sei, sich vom Standard abzuheben und die Möglichkeit der Sortimentsbereinigung sowie Einsparung bei den Produktionslöhnen sollte beachtet werden. Insgesamt rechnet Keller im hessischen Bäckerhandwerk für 2006 mit einem Umsatzwachstum von durchschnittlich einem Prozent.


Artikel vom 24.05.2006
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