Sachsen

Umsatzplus gegen den Branchentrend

Fusion der Bäko Leipzig-Halle mit Wittenberg im zweiten Anlauf per 1. Januar 2006?


Krostitz (ps). Bei den Mitgliedern der Bäko Leipzig-Halle herrschte zur 103. Ordentlichen Generalversammlung im Krostitz-Center eine gute Stimmung: Erneut konnte 2004 gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Umsatzplus von 2,5 Prozent auf mehr als 17,1 Millionen Euro (2003: 16,7 Millionen Euro) erzielt werden. „Dieses erneute Wachstum gegen den allgemeinen Trend resultiert unter anderem aus der zum 1. Januar 2004 erfolgten Fusion mit der Bäko Bitterfeld, deren 29 Mitglieder wir jedoch bereits zuvor in bestimmten Warengruppen mitbeliefert hatten“, erläuterte Direktor Dieter Holzhausen, Geschäftsführender Vorstand der Bäko Leipzig-Halle. Als „besonders gut“ bezeichnete er das Wachstum bei Mehl um immerhin 13,6 Prozent, während bei Handelsware, Süßwaren ebenso wie bei Maschinen, Geräten und Anlagen erneut zum Teil erhebliche Einbußen zu beklagen sind. „Gerade die Entwicklung bei Investitionsgütern belegt die derzeit schwierige gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland und in der Branche“, unterstrich er. Dank des Umsatzzuwachses konnte für 2004 ein Jahresüberschuss von 52.707 Euro erwirtschaftet werden, der über dem Ergebnis von 2003 liegt. Dieses Ergebnis wäre noch um einiges positiver ausgefallen, wenn die Genossenschaft nicht gesetzlich vorgeschriebene Rückstellungen in Höhe von rund 100.000 Euro hätte bilden müssen.

Doch auch so haben die 237 Mitglieder einmal mehr festgestellt, dass Einigkeit stark macht und zum Nutzen aller Mitglieder durchaus bemerkenswerte materielle Vorteile bringt: Die Genossenschafter beschlossen die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von sechs Prozent auf die insgesamt 392 Geschäftsanteile. Doch nicht nur wegen dieser Ausschüttung lohnt es sich für die Bäko-Mitglieder, die benötigten Maschinen, Waren und Dienstleistungen bei „ihrer“ Genossenschaft einzukaufen: Die Bäko Leipzig-Halle hat im Vorjahr insgesamt 64.361,66 Euro Bankeinzugsrabatt gewährt, rund 340.000 Euro in Form von Aktions-, Mengenstaffel- und Hausmesse-Rabatten nachgelassen.

Im laufenden Jahr will die BÄKO Leipzig-Halle den Vorjahresumsatz erneut erreichen und eine „kleine, jedoch sichtbare Steigerung“ erzielen. „Deshalb suchen wir ständig nach neuen Wegen und Möglichkeiten, um die Qualität unserer Arbeit zu verbessern und das Angebot an Dienstleistungen zu erweitern“, bekräftigte Dieter Holzhausen.

So bestellen zunehmend mehr Kunden ihre Waren über das Internet, sodass beim persönlichen Gespräch mit den Außendienstlern mehr Zeit für die individuelle Beratung zu Neuerungen und Angeboten bleibt. Jene Kunden, die die Internet-Bestellung an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr nutzen können, seien sowohl mit der Handhabung als auch mit dem Ergebnis zufrieden.

Darüber hinaus konnte die Bäko ihre Zertifizierung nach den ISO-Normen DIN EN ISO 9001:2000 am 3. März 2005 erfolgreich verteidigen. Nicht zuletzt sei zum 1. Januar 2006 eine Fusion mit der Bäko Wittenberg eG geplant. „Diese Verschmelzung sollte uns im zweiten Anlauf gelingen, nachdem es solche Absichten erstmals bereits vor drei Jahren gegeben hatte“, erläuterte der Direktor. „Die entsprechenden Vorbereitungen dazu laufen im III. Quartal an. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden und lassen uns hoffen, dass wir in unserer Gemeinschaft bald 30 neue Mitglieder begrüßen können.“

„Es lohnt sich nach wie vor, Mitglieder der Bäko zu sein“, stellte Dirk Lehnhoff vom Bäko-Prüfungsverband fest, „denn die Genossenschaft hat zum Nutzen und Vorteil ihrer Mitglieder auch 2004 eine erneut gute Arbeit geleistet“. Besonders lobte er die Reduzierung der Verbindlichkeiten in den vergangenen acht Jahren auf nur noch ein Siebentel. „In dieser Zeit hat sich die Eigenkapitaldecke der Bäko Leipzig-Halle von 38 auf heute 63,4 Prozent erhöht, während die Anlagendeckung jetzt erstmals bei über 100 Prozent liegt und das langfristig gebundene Fremdkapital von 1.113.500 auf heute nur noch 158.000 Euro reduziert werden konnte“, stellte er fest. „Damit ist Ihre Genossenschaft auch für wirtschaftlich schlechte Zeiten gut gerüstet.“

Diesem Lob schloss sich Joachim Balzer von der Bäko-Zentrale Nord in seinem Grußwort an und betonte, dass Fusionen wie demnächst mit der Bäko Wittenberg eG der richtige Weg sind, um die künftigen Probleme zu meistern und den Genossenschaftern mehr und qualitativ bessere Leistungen anzubieten.

Zum Abschluss der 103. Ordentlichen Generalversammlung wurden langjährige Genossenschafter, die ihren Betrieb inzwischen an jüngere Bäcker- und Konditorenmeister übergeben haben, aus der Bäko verabschiedet und deren Nachfolger als neue Mitglieder aufgenommen. Schließlich wurden die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrates Bäckermeister Michael Füchsel (Torgau), Bäckermeister Rainer Schultheiss (Wurzen) und Bäckermeister Lutz Tannert (Halle) erneut in den Aufsichtsrat gewählt.


Artikel vom 05.08.2005
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