Niedersachsen

Umsatz wieder gesteigert

Bäko Weser-Ems macht in 2005 129,216 Mio. Euro Umsatz


Oldenburg (tkl). An gute Nachrichten sind die Teilnehmer der Generalversammlungen der Bäko Weser-Ems seit Jahren gewöhnt. Daran änderte sich auch bei der diesjährigen Zusammenkunft in Oldenburg nichts. Für die Wermutstropfen war Fachschuldirektor Walter Boesch aus der Schweiz zuständig, der mit bestimmten Entwicklungen in der Branche hart ins Gericht ging.

Dr. Ewald Oltmann, das geschäftsführende Vorstandsmitglied berichtete den 90 (von 696) stimmberechtigten Mitgliedern, dass der Eigenumsatz der größten deutschen Bäko im vergangenen Jahr noch einmal um 0,7 Prozent auf 129,216 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Die Produktivität sei „im bundesweiten Vergleich als überdurchschnittlich zu bezeichnen“, führte Oltmann aus, der zusammen mit den Bäckermeistern Heinrich Ganseforth aus Kluse und Eckhard Starke aus Schwanewede den Vorstand bildet. Der Umsatz pro backendem Betrieb bewege sich nach wie vor auf hohem Niveau und habe den Vorjahreswert übertroffen. Auch fast alle anderen Zahlen, die Dr. Oltmann dem Publikum präsentierte, konnten sich sehen lassen. Sowohl im Umsatz- als auch im Ergebnisbereich seien die Planansätze überschritten worden. Besonders positiv: „Auf Grund gut durchdachter Tourenplanungen in Verbindung mit effektiver Kommissionierung und unter Einsatz rationeller Technik konnten die bekannten Kostentreiber Mautgebühren, Kraftstoff- und Energiekosten mehr als kompensiert werden.“

Am Ende von Geschäfts- und Prüfungsbericht freuten sich die Mitglieder über eine Dividende von acht Prozent. Und sie „bedankten“ sich mit einer einstimmigen Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Ebenso einstimmig wurden die Aufsichtsratsmitglieder Bernhard Hoppmann, Dietmar Baalk, Jörn Beckmann, Bernhard Kurre und Ubbo Lorenz in ihren Ämtern bestätigt. Insgesamt gehören dem Aufsichtsrat 17 Mitglieder an.

Fortbildungskooperation

mit der Richemont Fachschule

Auf den Lorbeeren wollen sich Ewald Oltmann, der restliche Vorstand und der Aufsichtsrat sowie die 214 Mitarbeiter (darunter neun Auszubildende) jedoch nicht ausruhen. Unter anderem soll das Schulungsangebot für die Mitglieder noch weiter ausgebaut werden. Das kündigte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Oltmann an.

Bereits jetzt wird eng mit der Richemont Fachschule in Luzern in der Schweiz kooperiert. Dieses Bildungs- und Dienstleistungszentrum ist eine 100-prozentige Stiftung des Schweizerischen Bäcker- und Konditorenmeisterverbandes (SBKV). Jährlich besuchen hier rund 7000 Menschen Kurse, Seminare und Fortbildungen. Bei 1200 Angeboten pro Jahr fallen immerhin rund 22.000 „Schüler-Tage“ an.

Vor ungeeigneten

Betriebsberatern gewarnt

Walter Boesch, Direktor der Richemont Fachschule, bewies auf der Bäko-Versammlung, dass er zu Recht Mitglied des „Vereins für deutliche Aussprache“ geworden ist. In seinem Referat warnte er unter anderem vor allzu vielen ungeeigneten Betriebsberatern. Die tummeln sich nach seiner Meinung zuhauf in der Branche und richten dort viel Unheil an. Der Vorwurf an ihre Adresse: „Da wird Mundwerk mit Handwerk verwechselt.“ Viele „verbale Schaumschläger“ unter den Beratern zählten lediglich die Backbleche und kassierten Unsummen dafür, so Boesch. Individuelle Lösungen ließen sie vermissen; stattdessen gäbe es ein einziges Konzept für jeden.

Handlungsbedarf bei Warenpräsentation und Verkaufspersonal

An die Branche appellierte der Direktor der Richemont Fachschule, sie solle die ständige Weiterbildung ernster nehmen („Mit dem Wissen von gestern kann man nicht die Zukunft gestalten!“).

Großen Handlungsbedarf gibt es aus Sicht des Referenten sowohl bei der Warenpräsentation als auch beim Verkaufspersonal. Dessen Fachkompetenz beim Beraten von Kunden müsse erhöht und die Ausbildung in den Betrieben verbessert werden.

Harte Worte fand der Referent aus der Schweiz auch für den Einsatz von Convenience-Produkten in Bäckereibetrieben. Nach seiner Ansicht ist der nur ausnahmsweise erlaubt. Grundsätzlich sei Convenience „eine betriebliche Kapitulation“. Außerdem rechne sie sich noch nicht einmal, so Boesch. Schließlich müssten bei Convenience Arbeitszeiten zugekauft werden, die man anderweitig wieder einsparen sollte – häufig eine Milchmädchen-Rechnung.

„Sie müssen

in der Bundesliga spielen.“

Für die Handwerksbäcker in Deutschland sieht Walter Boesch nur eine einzige Alternative: „Sie müssen in der Bundesliga spielen.“ Denn das mittlere Marktsegment breche immer mehr weg, und die Discount-Schiene könne kein Ausweg sein („Preise und Rabatte zu verkaufen, das ist die primitivste Form des Marketings“).

Das Agieren in der Bundesliga erfordere jedoch ein klares Bekenntnis zu Handwerkskunst und Qualität. Qualität – sie definierte der Direktor der Richemont Fachschule unter anderem als eine „permanente Liebesgeschichte, die von und mit Gefühlen lebt“. Die Bäcker sollten Boesch zufolge wieder mutiger werden: „Erliegen Sie der puren Faszination erfolgreicher Bäcker! Kreieren und komponieren Sie mit Mehl, Wasser, Hefe und Salz!“

Produkte mit einer solchen Philosophie und Güte dürften dann durchaus auch einen gewissen Preis haben: „Es kann doch nicht sein, dass ein Kilo Hundefutter teurer ist als ein Kilo Brot.“


Artikel vom 06.07.2006
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Regional vom 06.07.2006:

Die Verbandsfusion ist in NRW kein Thema
Die Fusion mit Wittenberg beschlossen
In 100 Jahren acht Obermeister im Einsatz
Der Bäcker als Botschafter
Mehr Bäckereien dabei
Wieder eine Erfolgsbilanz präsentiert
OM Hänsel weiter im Amt
Vorstandsteam bestätigt
Bäko-Schwaben mit 6 Prozent Dividende
Gutes Ergebnis und ehrenvoller Abschied

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Regional


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!