Bayern

Überraschender Boom im Jahr 2007

Bäko Franken für 2006: 1,5 Prozent Umsatzplus / Ingolstadt zweistellig gewachsen


Langenzenn (buc). Die Bäko Franken hat im Geschäftsjahr 2006 die 80-Mio.-Euro-Umsatzschwelle überschritten und hat damit Platz Fünf in der Rangliste der 45 deutschen Bäckergenossenschaften verteidigt. Trotz des leichten Umsatzwachstums von 1,2 Mio. Euro oder 1,5 Prozent auf 80,3 Mio. Euro (Vorjahr: 79,1 Mio.) ging der Jahresüberschuss um 7,7 Prozent auf 527.710 Euro (571.916 Euro) zurück – laut Geschäftsführer Udo Bauer unter anderem wegen höherer Ausschüttungen (+ 4,3 Prozent) von insgesamt 277.600 Euro.

Bei der Vorlage der Jahresbilanz im Rahmen der 106. Versammlung im Bäko-Stammsitz in Langenzenn betonte Bauer, man habe mit und ohne den Kooperationsumsatz (10,7 Mio. Euro) mit der Bäko Oberbayern-Nord in Ingolstadt und der Bäko Oberfranken in Leupoldsgrün ein Plus von 1,5 Prozent erzielt. Damit liegt man aber unter dem Schnitt aller Bäkos (2,3).

Positiv fielen dabei die Bereiche Rohstoffe (+5,5 Prozent auf 38,5 Mio. Euro), Tiefkühlprodukte (+3,4/6,2 Mio.), Hilfs- und Betriebsstoffe (+4,3/2,8 Mio.) und Dienstleistungen (+17,1/0,31 Mio.) auf; negativ war der Trend unter anderem bei Mehl (-2,0/3,1 Mio.), Süßwaren (-4,0/0,77 Mio.) und Maschinen, Geräten, Anlagen (-11,1/8,7 Mio.).

Die Anzahl der Mitglieder hat sich 2006 um 23 auf 623 verringert – eine „Abschmelzung“ von 3,5 Prozent, die im bundesweiten Trend liegt. Tatsächlich backende und kaufende Betriebe zählt man 534.

Positiv bewertete der Bäko-Chef die Zusammenarbeit mit den Ingolstädter Kollegen. Dort sei das Wachstum zweistellig, ein Ausbau „in jeder Hinsicht“ beabsichtigt.

Die Bäko Franken beschäftigt derzeit 107 Mitarbeiter (102 Vollzeit, 5 Teilzeit), darunter vier Lehrlinge. Die nur knapp 40 anwesenden aktiven Mitglieder beschlossen einstimmig, den Finanzüberschuss des vergangenen Jahres in die Rücklagen zu überführen; das Eigenkapital der Bäko hat sich damit von 8,2 auf 8,7 Mio. Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote liegt bei gut 86 Prozent – laut Bauer ein von Banken und der EU hoch geschätzter Faktor, der die Stärke der Bäko zeigt.

In seinem Bericht zeigte sich Bauer trotz sinkender Betriebszahlen (2006 in Bayern: 3338 Bäcker/-64; 757 Konditoren/-12) optimistisch – denn 2007 ziehen die Umsätze kräftig an. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Bäko Franken ein Umsatzplus von 5,5 Prozent (mit Kooperationsumsatz +5,1), was „weit über dem gesteckten Ziel von 1 Prozent“ liege. Als Umsatzbringer sieht Bauer die Bio-Schiene, die die Bäko mit ihrer Produkt-Range mit Saaten, Fetten, Ölen etc. als Erste besetzt hat. Neuesten Zahlen zufolge habe sich der deutsche Biobrot-Absatz von 49400 t im Jahr 2004 auf 61.600 t in 2006 erhöht; der Umsatz stieg von 162,7 Mio. auf 197,8 Mio. Euro. „Und Bio wird sich weiter nach oben bewegen“, ist er sicher.

Probleme für die Backbranche sieht Bauer durch steigende Erzeugerpreise für Getreide (+30 Prozent) und Molkereiprodukte (Quark +20 Prozent).

Als „sehr gut“ bezeichnete Dr. Dirk Lehnhoff vom Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband das Jahresergebnis der Bäko.

Die Bäko Franken habe eine erfolgreiche Strategie und mit Udo Bauer einen guten „Trainer“, scherzte Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Löw (Pretzfeld).

Er und die Aufsichtsräte Christian Albert (Nürnberg), Franz Düring (Neumarkt), Walter Friedel (Rothenburg), Claus Grammetbauer (Uffenheim), Albert Lehner (Treuchtlingen), Gerhard Maier (Hessdorf) und Wolfgang Rippl (Pegnitz) wurden nach Ablauf ihrer Amtszeit wiedergewählt.


Artikel vom 19.07.2007
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