Niedersachsen
Trendumkehr im Blick
Bäcker in Hameln mit 2 Prozent Umsatzzuwachs

Zum 25-jährigen Geschäftsbestehen überreichte OM Schröer (Mitte) Bäckermeister Rudolf Pernath (links) eine Ehrenurkunde; rechts LIM Klaus Borchers.
Hamelns Bürgermeister Herbert Rode, selbst Bäckermeister, erinnerte daran, dass sich auf dieser Zusammenkunft „Vergangenheit und Gegenwart gegenüberstehen“. Die Beteiligung so vieler Persönlichkeiten unterstreiche die große Bedeutung des Bäckerhandwerks in Stadt und Landkreis. Als vorbildlich bezeichnete Rode die Marketingaktivitäten der Berufsgemeinschaft. Sie mache die Weserstadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt.
Jüngste Strukturdaten über das bundesdeutsche Bäckerhandwerk vermittelte OM Schröer. Danach setzte sich der Abschmelzungsprozess auf 16.741 Betriebe fort. Dafür machte dieser den großen Preisdruck durch Discounter und SB-Märkte verantwortlich. Allerdings wiesen die jüngsten Zahlen auf einen „Umkehrtrend“. Denn im vergangenen Jahr verzeichneten die Bäcker in Stadt und Landkreis Hameln-Pyrmont einen Umsatzzuwachs von 9 Prozent. Den folgten 2006 weitere 2 Prozent Plus. Die Anzahl der Beschäftigten wuchs wieder. Allerdings warnte der OM eindringlich vor der „Kostenfalle Energieverteuerung“.
Außerordentlich innovativ zeigte sich die Innung mit einem starken Marktauftritt, bei dem „40.000 Haushalte jeweils drei Brötchen geschenkt bekamen“. „Damit haben wir uns in die Köpfe der Verbraucher gebracht“, so Schröer. Werbewirksam ging die Aktion „Roggenbrot macht Wangen rot“ über die Bühne. Die Innung beteiligte sich am „Drachenbootrennen“ auf der Weser. Nach der Fußballweltmeisterschaft startet ein „Fußball-Jugendcamp“ für junge Kicker aus dem Kundenkreis der Bäckereibetriebe.
Von der neuen Bundesregierung erwartete LIM Klaus Borchers in seinem Vortrag „richtungsweisende Lösungsansätze statt der Übernahme des von der Vorregierung verfassten Antidiskriminierungsgesetzes“. Erfreulicherweise sei eine leichte wirtschaftliche Belebung festzustellen. Die Binnennachfrage sprang jedoch noch nicht richtig an. Dennoch habe das Bäckerhandwerk scheinbar die „Talsohle“ durchschritten und 2005 erstmals wieder einen Umsatzzuwachs von 1,1 Prozent erzielt. „Preisführer bei Brot wurde inzwischen der Discounter Lidl“. Der Einkauf beim Bäcker gehe zurück. Daher erscheine es unerlässlich „unternehmerisches Marketing mit Qualität und Beraterservice entgegenzusetzen“. Wachsende Umsätze haben die Bäckereien nötig, um die steigenden Kosten einzufahren.
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