Baden & Württemberg
Trends im Außer-Haus-Markt präsentiert
Marketing-Tagung des LIV Württemberg: Eis, Kaffee, Foodservice und slow baking standen im Fokus des Interesses

Über 60 Teilnehmer holten sich in Stuttgart wertvolle Tipps rund um den Außer-Haus-Verzehr. Fotos: Kräling
Anette Mützel (Foodservice Solutions) machte den Auftakt und beleuchtete den Foodservice Markt Deutschlands mit vergleichenden Statistiken bezüglich der Marktanteile und Entwicklungen (siehe auch ABZ 27, Seite 1).
Global Player MC Donald behauptet seine Marktführerposition, aber auffallend viele neue, frische Konzepte drängen auf den Markt, um den Platzhirschen das Terrain streitig zu machen. Mit Erfolg und der gründet nicht zuletzt in der begrenzten Sortimentsgestaltung in einem klaren, schnörkellosen Konzept mit hohem Wiedererkennungswert des corporate design.
Dr. Brigitta Hüttche, (Marketing- und Absatzförderungsgesellschaft für Agrar- und Forstprodukte aus Baden Württemberg mbH, Stuttgart) skizzierte die wachsende Bedeutung regional orientierter Produktionsweisen und regionaler Spezialitäten an Hand des „Qualitätszeichen Baden Württemberg“. Besonders bei Grundnahrungsmitteln, also auch Brot und Brötchen, geben 85 Prozent der Verbraucher das Wissen über die regionale Herkunft als sehr wichtiges Motiv bei der Kaufentscheidung an.
Mut machte Uwe Koch (Iserlohn) den Bäckern, dass lukrative Eisgeschäft zu erschließen und nicht den italienischen Eisdielen zu überlassen. Zwar seien die gern genannten 1000 Prozent Gewinn an der kalten Kugel aus dem Reich der Kalkulations- und Buchführungsfreien Märchenwelt gegriffen, aber in der Tat glänzt die kalte Kugel mit hervorragenden Margen, die das Brötchen noch in den Schatten stellen. Weniger als acht Sorten sollte aber auch der Bäcker nicht anbieten, denn unterhalb dieser Sortimentstiefe erscheint das Eisangebot wenig kompetent (siehe auch Bericht auf Seite 4).
Hoher Anspruch – Gute Margen
Ähnlich gute Renditen verspricht das Geschäft mit der braunen Bohne und „Kaffeegenuss in der Bäckerei“, lautete das vierte Thema der Tagung. Ursula Ahland-Veith ermahnte die Bäcker, den gestiegenen Anforderungen der Verbraucher an die Vielfalt der Kaffeespezialitäten und echte Geschmackserlebnisse nicht mit halbherzigen Angeboten zu begegnen. Von der Auswahl der Maschine und Kaffeebohnen über die Pflege des anspruchsvollen Sortiments bis hin zur Gestaltung des Ambientes mit Stilelementen der Coffee-Shops, gilt es ein stimmiges Konzept zu erarbeiten (siehe ABZ 28, Seite 4).
Dass Backbetriebe auch von gastronomischen Konzepten mit Fullservice lernen können, zeigte Tobias Jäkle mit der Vorstellung des „MoschMosch“: Der unkomplizierte, frische und freundliche Marktauftritt nimmt den Trend zur asiatischen Küche auf und geht – in Frankfurt gestartet – jetzt auf Expansionskurs. Ohne „schwere Philosophie“ punktet die erfolgreiche Geschäftsidee mit ihrer Leichtigkeit besonders bei gestressten Geschäftsleuten, die das Mittagessen nicht in der Kantine einnehmen wollen.
Den Reigen der Referenten schloss Bäckermeister Markus Hönnige aus Weinsberg, slow baker des Jahres 2006, der sich allein schon durch die Berichterstattungen in den Medien über das „Backen mit Zeit für Geschmack“ über deutliche Umsatzsteigerungen im Kerngeschäft freuen durfte. Genuss liegt im Trend und slow baking bietet mit der Rückbesinnung auf eine traditionelle Backkultur beste Voraussetzungen, die neue „Sehnsucht nach Geschmack“ zu erfüllen.
Wollte man den Versuch unternehmen, aus den facetteneichen Ausführungen rund um das Marketing für den Außer-Haus-Verzehr zentrale Aussagen herauszufiltern, landet man unweigerlich bei wenig hilfreichen Allgemeinplätzen. Deshalb bringt die ABZ Wissenswertes aus den Referaten in gesonderten Berichten, Teil vier folgt in der nächsten Ausgabe.
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