Regional

Trend geht zur größeren Innung

Bäckerinnung Offenburg vor der Fusion mit den Innungen Kehl und Wolfach.


Baden & WürttembergOffenburg (ag). Bei den Bäckern im Ortenaukreis wird sich die Innungslandschaft in naher Zukunft verändern. 2012, so der aktuelle Stand, werden sich die bisher selbstständigen Innungen Offenburg, Kehl und Wolfach zu einer Innung zusammenschließen. Vielleicht wird die Innung Lahr der vierte Partner sein.

In der jüngsten Generalversammlung der Bäckerinnung Offenburg wurde das Thema zum erstenmal im größeren Mitgliederkreis angesprochen. Ein Geheimnis war es für viele indes nicht mehr. Der Trend geht zu größeren Organisationseinheiten. Kleinere Innungen sind in ihrer Existenz bedroht. Mitglieder wandern ab, neue kommen selten hinzu. Vor allem fehlt es an jüngeren Bäckermeistern, die ein Ehrenamt übernehmen.

„Wir wollen es aber selbst entscheiden und uns die Fusion nicht aufreden lassen”, sagt der Obermeister der Bäckerinnung Offenburg, Helmut König. Deshalb haben schon Gespräche der Obermeister in der Ortenau stattgefunden. Kontakte bestehen auch zum Obermeister der Bäckerinnung Lahr. Weitere Gesprächstermine der Obermeister sind geplant.

Die Fusion werde gut vorbereitet, sagt Obermeister König. Mit ihr wird sowohl bei den Obermeistern als auch in der Geschäftsführung ein Generationswechsel verbunden sein. Zwei Obermeister ziehen sich altersbedingt aus der Verbandsarbeit zurück. Die langjährige Geschäftsführerin, Anita Schnee, geht in den Ruhestand, eine Nachfolgerin ist schon gefunden.

Die fusionierte Innung Ortenau – eine vorläufige Bezeichnung – wird nach dem derzeitigen Stand der Mitgliederzahlen mit rund 100 Betrieben eher etwas optimistisch eingeschätzt. Das ist wirtschaftlich gesehen eine sinnvolle Größenordnung. Da der Ortenaukreis flächenmäßig der größte Landkreis in Baden-Württemberg ist und vom Rhein bis weit in den Schwarzwald hinein reicht, müssen die Mitglieder oft weite Entfernungen in Kauf nehmen, wenn sie Innungstermine wahrnehmen. „An diesen Kontakten sind wir aber sehr interessiert”, sagt König. Davon lebe eine Innung.

In der Generalversammlung der Innung 0ffenburg standen neben den üblichen Regularien auch Referate auf der Tagesordnung. Die Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes Baden, Ute Sagebiel-Hannich, referierte über Arbeitsrecht, Personalführung und das neue Lebensmittelrecht. In seinem Jahresbericht wies Obermeister König auf den schärfer gewordenen Wettbewerb mit den Discountern im Innungsbezirk hin. Hier sollten die kleineren Bäckereien am Markt, meist Familienbetriebe, ihre Stärke in Qualität und Service noch mehr herausstellen.


Artikel vom 28.07.2010
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