Bayern
Traditionsverein hat Zukunft im Visier
100-jähriges Bestehen des Bäcker- und Konditoren-Fachvereins Bayerischer Untermain

Alle anwesenden Geehrten mit Artur Roth (rechts), Günter Bayer (dritter von rechts) und Vorsitzender Gerhard Gerlach (sechster von rechts). Foto: dt-press
Landrat Dr. Ulrich Reuter sagte im Rahmen seines Grußwortes, er sei eng mit den Bäckern verbunden, lebe er doch häufig – weil von vielen Terminen geplagt – von Brezeln heimischer Handwerksbetriebe. Besonders würdigte Dr. Reuter die seit Jahrzehnten von den Bäckern und vom Fachverein erbrachte Aus- und Weiterbildung junger Menschen, die ohne Perspektive auf der Straße gelandet wären.
Mit Blick in die Zukunft gab er bekannt, das in Aschaffenburg entstehende Kompetenzzentrum für das Lebensmittelhandwerk einschließlich Erweiterung des Sektors Bäcker in der Berufsschule werde nach aktuellen Erkenntnissen acht bis zehn Millionen Euro kosten. „Handwerk und Modernität passen und gehören zusammen,“ sagte der Landrat.
Artur Roth, seit mehr als 50 Jahren Mitglied im Fachverein skizzierte mit Beispielen die Gründung, Entwicklung, die Stillstände, die Neubelebung und letztlich die erfolgreichen Aktivitäten des Fachvereins. Der war ursprünglich nur für den Bereich Aschaffenburg Stadt und Land gedacht, ist heute jedoch, wie der inzwischen auch angepasste Name aussagt, für den gesamten Bereich Untermain da. Auch die Öffnung für Angehörige des Konditorenberufes war erst in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mittels Satzungsänderung durchgeführt worden.
Roth würdigte die jeweils aktiv an der Spitze des Fachvereins Agierenden, die immer fachliche Fort- und Weiterbildung sowie Sport und Geselligkeit unter Berücksichtigung der menschlichen Aspekte geübt hatten. So war zum Beispiel über der Tür der 1960 eröffneten Lehrbackstube der Satz „Fachlich weiter, menschlich näher“ angebracht gewesen. Artur Roth hielt ein Plädoyer pro Wert und Notwendigkeit einen Fachverein zu erhalten. Er forderte die kommende (die sechste Generation) Verantwortlicher auf, modern und als Vorbilder für die Jugend im Sinne zukunftsweisender Tradition den Fachverein in die nächsten hundert Jahre zu führen.
Ein Grußwort kam unter anderem von Karlheinz Burger, der von 1966 bis 1977 Vorsitzender des Fachverein war. Er habe schon als Lehrling von dieser Einrichtung profitiert, wo er bei einem Wettbewerb eine heute wertvolle Medaille erhalten hat.
Bei den Ehrungen erhielten Silberne Ehrennadeln des Bundesverbandes – übergeben durch Bundesvorsitzenden Günter Bayer – die Mitglieder Karlheinz Burger, Gerhard Gerlach und Werner Hanf. Im Namen des Bayerischen Landesverbandes, auch hier Günter Bayer der Vorsitzende, gab es Silber für Klaus Trapp, Hubert Stadtmüller, Wolfgang Englert, Artur Roth und Werner Hanf.
Außerdem wurden noch zahlreiche Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft und Verdienste um den Fachverein ausgezeichnet.
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