Regional
Traditionsbewusst auf Zukunftskurs
95 Jahre Geschichte Bäckerei Eichler / Schwiegersohn übernahm den Betrieb
Berlin-BrandenburgPerleberg (tay). „Wenn ich es damals nicht versucht hätte, ich hätte eine gute Chance verschenkt." Für Heiko Steckmann war es der entscheidende Schritt in seinem beruflichen Leben, als er 2001 die Bäckerei Eichler von seinem Schwiegervater Wolfgang Eichler übernahm. 1995 kam der damals 29-jährige sozusagen als Quereinsteiger in den Betrieb, der auf eine lange Tradition bis ins Jahr 1913 zurückblicken kann. „Learning by doing“ lautete für den gelernten Landmaschinenschlosser das tägliche Motto, mit dem Heiko Steckmann vor 14 Jahren in den Betrieb reinschnupperte und vom Bleche putzen bis hin zum Glasieren ein „Praktikum“ absolvierte. Die Frage von Bäckermeister Wolfgang Eichler ließ nicht lange auf sich warten: „Hast Du Lust“ lautete diese kurz und knapp. Und Heiko Steckmann hatte Lust. Einzige Bedingung: Seine Frau Annett, Tochter von Wolfgang Eichler, sollte aktiv in der Bäckerei mit von der Partie sein. Der gesamte Verkaufsbereich und alle bürotechnischen Dinge liegen heute in ihrer Verantwortung.
Für Heiko Steckmann folgte damals eine zweijährige Umschulung mit Einstieg im 2. Lehrjahr, die er im Betrieb seines Schwiegervaters absolvierte. Mit verschiedenen Abstechern in andere Betriebe wurde auf einer kleinen Wanderschaft das Fachwissen erweitert, ehe 1999 in einem 5-monatigem Vorbereitungskurs in Dresden der Meister abgelegt wurde. 2001 war es dann endlich soweit: Heiko Steckmann übernahm die Bäckerei Eichler in der brandenburgischen Kreisstadt. Altmeister Wolfgang Eichler zog sich zurück, arbeitete noch einige Zeit mit, bis er im vergangenen Jahr mit 70 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand überwechselte.
Immer solide investiert
Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmensberater und die Hilfe der Handwerkskammer „haben entscheidend zum Erfolg meines Unternehmens beigetragen“. So steht die Bäckerei heute auf soliden wirtschaftlichen Beinen. Eine wichtige Philosophie wurde im Bereich Investition von Anfang an verfolgt. „Anschaffungen und Umbauten haben wir immer in einem Rahmen vorgenommen, der es uns erlaubt hätte, jeden Tag den Betrieb abzuschließen, ohne größere Verluste zu erleiden.“ Eine neue Ofenanlage, die im Jahr der Übernahme angeschafft wurde, brachte eine 40-prozentige Energieeinsparung. Vor zwei Jahren wurde mit einer Wärmerückgewinnung ein weiterer Schritt in Richtung Kostensenkung gemacht.
Auch in punkto Personal ging Heiko Steckmann kein Risiko ein. Der gesamte Stamm wurde übernommen, einige verließen den Betrieb, „aber es gab auch Fälle, die den neuen Weg nicht mitgehen wollten.“ Der größte Teil der Angestellten ist aber seit vielen Jahren im Betrieb beschäftigt. Auch der erste Auszubildende, den der Bäckermeister einstellte, steht noch heute jeden Tag in der Backstube.
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