Schleswig-Holstein

Tortenwettbewerb war eine runde Sache

Als Werbung für die Branche genutzt / Berufsschule Elmshorn gewinnt in diesem Jahr


Travemünde (uho). Das Tortenfest in Travemünde Anfang Juni ist ein Höhepunkt der öffentlichen Veranstaltungen der Bäckerinnung Holstein. 2500 Stück Torte verkaufte die Innung in nur vier Stunden. Bei einem Wettbewerb traten die Bäckerlehrlinge der fünf Berufsschulen gegeneinander an. Die ersten beiden Plätze sicherte sich – wie schon im Vorjahr – die Berufsschule Elmshorn.

Das 11. Travemünder Tortenfest ist „rekordverdächtig“, sagte Hans-Jürgen Tackmann, Bäckerei Tackmann, Boostedt, der einen Teil der Torten lieferte. Dabei sah es vormittags noch so aus, als ob das Fest ins Wasser fallen würde. Es regnete wie aus Eimern. Das ist für den Tortenverkauf nicht so schlimm, auch nicht für die Besucher, die schon einen überdachten Sitzplatz gefunden hatten. Aber das Fest lebt von den Tagesausflüglern, die den Sonntag in Travemünde promenieren.

Mittag verzogen sich die Regenwolken und es folgte „bestes Tortenwetter“, wie Berufsschullehrer Dr. Udo Pfahl, Berufsschule Elmshorn, sagte. Nicht zu heiß, denn sonst „liegen die Leute am Strand“ und nicht zu kalt, denn sonst mag sich keiner hinsetzen. Das Wetter hatte nicht nur Einfluss auf die verkaufte Menge an Tortenstücken, sondern auch auf die Geschmacksnerven. Eine Stunde vor Veranstaltungsende waren die Cremetorten ausverkauft. Im vergangenen Jahr – es war ein deutlich heißerer Nachmittag – waren Obsttorten der Renner.

Das Travemünder Tortenfest ist nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern auch ein besonders fröhliches und buntes Fest in prominenter Lage. „Travemünde hat eine ausgeprägte Cafe-Kultur“, erinnerte Kurdirektor Uwe Kirchhoff, Mitveranstalter des Festes. Für die Bäcker ist es eine Veranstaltung, auf der man vor Tausenden von interessierten Zuschauern das Können des Bäckerhandwerks zeigen könne. „Das ist beste Öffentlichkeitsarbeit“, wie Dr. Udo Pfahl feststellte. „Übrigens auch Thema des Berufsschulunterrichts“. Die Berufsschule Elmshorn war mit ihrem eigenen Verkaufswagen angereist, den sie für Veranstaltungen nutzt.

„Das Niveau der Torten ist sogar noch besser als im vergangenen Jahr“, stellt Obermeister Gustav Baumgarten zufrieden fest. Das gilt auch für die Wettbewerbstorten. Die Berufsschulen der Innung Holstein hatten sich mit einem oder zwei Torten zum Thema „Hanse“ beteiligt.

Beste Handwerkskunst geboten

„Das sind keine Standardtorten“, erläuterte Dr. Udo Pfahl. Seine Schüler Stefan Gohrke und Christopher Menshen traten in Travemünde mit Weincremetorten an, eine mit Kakaomalerei verziert, die andere mit modellierten Marzipanfiguren eingedeckt. Mit den ersten beiden Plätzen knüpft die Berufsschule Elmshorn an ihr Vorjahresergebnis an. Das Tortenfest ist nicht nur eine gute Werbung für das Bäckerhandwerk. Die Schüler lernen dabei Öffentlichkeitsarbeit und üben im Wettbewerb für die Prüfung. Der Erlös des Tortenfestes fließt in den Ausbau des Kinderspielplatzes an der Nordermole.


Artikel vom 16.06.2005
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