Berlin
Talfahrt etwas gebremst
Nahrungsmittelhandwerk: Umsatzminus von 4,6 Prozent
Berlin (hk). Die rasante Talfahrt, die das Berliner Handwerk in den vergangenen Jahren geprägt hat, scheint vorbei zu sein. Dennoch kann man nicht von einem echten Erholungsprozess sprechen. Das erklärte der Präsident der Handwerkskammer Berlin, Stephan Schwarz, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2004.
Nach wie vor sei die wirtschaftliche Lage der Betriebe vom schrumpfenden Binnenmarkt geprägt. Die ausgesprochene Konsumunlust der privaten Kunden habe erneut zu einem Minus bei den Umsätzen von 4,6 Prozent insgesamt – vor allem aber auch bei den Nahrungsmittelhandwerken – geführt, so Schwarz.
Ein weiteres Problem, mit dem das Handwerk zu kämpfen hat, sei der Einsatz der Ein-Euro-Jobs, von denen zur Zeit mehr als 10.000 in der Hauptstadt tätig sind: „Es gibt zahlreiche Hinweise, die auf einen missbräuchlichen Einsatz von solchen Jobs schließen lassen. Deren Einsatz ist eine kurzfristige Maßnahme, die die öffentlichen Kassen zwar vorübergehend entlasten kann, die aber nicht dazu führt, eben diese leeren öffentlichen Kassen wieder aufzufüllen. Diese Bestimmung löst das Problem der Arbeitslosigkeit nicht, sie tarnt sie lediglich“, sagte Schwarz.
Es gebe allerdings auch Anlass zu vorsichtigem Optimismus, denn im Bereich der zulassungspflichtigen Handwerke habe die Zahl der Betriebe entgegen dem Trend der vergangenen Jahre wieder leicht zugenommen. Das Handwerk sei für Gründer in Berlin attraktiv. Außerdem s sei es dem Berliner Handwerk 2004 gelungen, die Ausbildungsquote fast zu halten, dies trotz des Rückgangs an Ausbildungsstätten. Schließlich habe sich auch die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen um fast 5 Prozent erhöht.
Präsident Schwarz forderte von Bund und Land Berlin tragfähige und realisierbare Konzepte, damit der aktuellen Beschäftigungskrise wirksam entgegen getreten werden könne.
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