Bayern
Steuern, Bildung und Schwarzarbeit
Heinrich Traublinger: Forderungen des bayerischen Handwerks an die Politik

Von links: Toni Hinterdobler, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Franz Prebeck, Präsidnet der HWK Niederbayern-Oberpfalz, Heinrich Traublinger und Bernd Lenze, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstags.
Präsident Heinrich Traublinger freute sich über das ihm wieder entgegengebrachte Vertrauen und betonte, er werde sich weiterhin mit voller Kraft für handwerksfreundliche politische Rahmenbedingungen einsetzen und vor allem zu einer Stärkung der Handwerksorganisationen beitragen. Die Einheit zwischen Kammern und Verbänden sei zu sichern, um die Organisationen stark und effizient zu machen, um Betrieben die bestmögliche Unterstützung zu bieten.
In der Pressekonferenz wies Traublinger auf die für das Handwerk unbefriedigende Konjunkturentwicklung hin und erläuterte, dass der Anstieg der Betriebszahlen nur auf die Neufassung der Handwerksordnung und der Osterweiterung der EU zurück zu führen sei. Beides habe eine große Zahl von neuen Ein-Mann-Betrieben in den zulassungsfreien Handwerksberufen mit sich gebracht, hinter denen sogar oftmals Scheinselbstständige steckten. Im Bereich der Fliesenleger sprach er sogar von legalisierter Schwarzarbeit. „Über 90 % dieser Existenzgründer haben keinerlei fachliche Qualifikation und deshalb auch keine Ausbildungsberechtigung“, stellte Traublinger fest.
Heinrich Traublinger stellte dann die Forderungen des Handwerks gegenüber der Politik heraus:
– Abschaffung der betrieblichen Erbschaftssteuer bei der Fortführung des Betriebs.
– Einführung der Ist-Besteuerung im Rahmen der Mehrwertsteuer bis zu 1 Mio. Umsatz.
– Wiederinführung einer Mindestqualifizierung auf dem Niveau des Gesellenbriefs.
– Beseitigung von Ausbildungshindernissen, wie der zu hohen Kosten oder den Bildungslücken der Jugendlichen.
– Stärkere Bekämpfung von Schwarzarbeit, illegaler Beschäftigung und Scheinselbstständigkeit.
– Keine Mittelkürzungen im Berufsschulbereich.
Franz Prebeck, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, wies auf die besonderen Probleme dieser Grenzregion hin und sprach sich dafür aus, dass die Region weiterhin als spezielles Fördergebiet eingestuft werde. Er berichtete, in Ostbayern habe insbesondere das Nahrungsmittelhandwerk große Probleme, allerdings weniger wegen der EU-Osterweiterung, sondern aufgrund von Dumpingpreisen der Discounter und Supermärkte.
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