Mecklenburg-Vorpommern
Steigende Kosten moderat weiter geben
Mitgliederversammlung des LIV Mecklenburg-Vorpommern: Serviceangebot erweitert
Wesenberg (bkv). Landesinnungsmeister Thomas Müller konnte auf seiner ersten Mitgliederversammlung des LIV Mecklenburg-Vorpommern nach seiner Neuwahl im Jahr 2006 auch den neuen Präsidenten der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Rostock begrüßen. Neben den Delegierten konnte er auch eine Reihe von Ehrenmitgliedern sowie LOM Hans-Joachim Blauert und Geschäftsführer Nikolaus Junker des Landesinnungsverbandes Berlin und Brandenburg begrüßen.
Der Arbeitskreis der Obermeister hatte im Vorfelde entschieden, den Verbandstag an einem Tag stattfinden zu lassen, um durch zunehmende Arbeitsbelastung allen Teilnehmern einen freien Sonntag zu gewähren.
LIM Müller ließ in seinem Bericht die vergangenen 12 Monate Revue passieren. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeigt in Mecklenburg-Vorpommern auch für 2006 nur ein geringes Wachstum im Bruttoinlandsprodukt. Dieses liegt unter dem Zuwachs im gesamtdeutschen Durchschnitt und insbesondere auch unter dem Durchschnitt aller anderen Neuen Bundesländer. Zwar hat sich die Stimmung bei vielen Unternehmen im Laufe des Jahres 2006 deutlich verbessert, das reicht aber nicht aus, um bestehende strukturelle Defizite des Landes spürbar zu beseitigen.
Tourismus bietet Impulse
Die Entwicklung im Tourismusbereich hat sich dagegen gegenüber den Vorjahren erfreulich verbessert. In keinem anderen Bundesland hat sich die Tourismusbranche so dynamisch entwickelt wie in Mecklenburg-Vorpommern. Die bundesweit wachsende Binnennachfrage blieb aber in Mecklenburg-Vorpommern hinter den Erwartungen zurück.
In den 7 Innungen sind insgesamt 130 Betriebe organisiert, dies bedeutet 9 Betriebe weniger gegenüber 2006.
LIM Müller rief dazu auf, jungen Menschen wieder Mut zu machen, eine Selbstständigkeit im Bäckerhandwerk einzugehen.
Sorgen bereitet die Rohstoff- und im speziellen die Mehlpreisentwicklung in den letzten Monaten und – wie sich abzeichnet – wohl auch in den kommenden Monaten.
Neben der Notwendigkeit der richtigen Preisfindung – individuell für jedes Unternehmen – steht die Beobachtung der Rohstoff- und Energiepreisentwicklung. Gerade diese beiden Kostenarten haben sich in der zurückliegenden Zeit – und werden sich auch zukünftig – als regelrechte „Preistreiber“ entwickelt. So bleibt es für das Bäcker- und Konditorenhandwerk unerlässlich, den entstandenen Preisdruck zumindest teilweise an den Verbraucher weiterzugeben, indem die Backwarenpreise moderat angehoben werden. Denn die Herstellungs- und Vertriebskosten werden sich um ca. 8 – 12 Prozent erhöhen.
Nur durch die intensive Arbeit von Zentralverband bis zu den Innungen, sei es in den vergangenen Monaten gelungen die Novellierung der Verpackungsverordnung noch aufzuhalten, so Müller weiter. Auch die bundesweite Unterschriftenaktion fand seine volle Zustimmung und präsentierte das Ergebnis von mehr als 175.000 Unterschriften, die in kurzer Zeit in den Verkaufsstellen deutschlandweit gesammelt werden konnten.
Er kritisierte die Beitragsneugestaltung der BGN, die zu einer weiteren Kostenbelastung für das Bäckerhandwerk führen wird. Hier müsse dringend über Einsparungsmöglichkeiten nachgedacht werden.
Neue Ladenöffnungszeiten
Nachdem das Recht des Ladenschlusses in die Kompetenz der Ländern gefallen ist, hat der LIV sich sehr frühzeitig in die Gestaltung eingemischt. Der Landtag von Mecklenburg Vorpommern hat das „Gesetz zur Neuregelung der Ladenöffnungszeiten“ mit Wirkung vom 18. Juni 2007 verabschiedet. Für das Bäcker- und Konditorenhandwerk in MVP gilt:
Montag bis Freitag ohne zeitliche Begrenzung
Samstag von 0.00 bis 22.00 Uhr
Sonn- und Feiertagen bis zu 5 Stunden.
Serviceangebot erweitert
Der Beratungsbedarf der Mitgliedsbetriebe in betriebswirtschaftliche und rechtlichen Fragen nimmt im Verbandsgebiet stetig zu. Durch die anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Betriebe bildete die – für die Mitgliedsbetriebe kostenfreie – Beratung einen wichtigen Schwerpunkt.
Neben der Betriebs- und Rechtsberatung baut der Landesinnungsverband über die BKV Nord e.V. das Dienstleistungsangebot permanent aus. Die Angebote werden über die in 2006 gegründete SBG Service- und Beratungsgesellschaft mbH abgewickelt.
Die SBG bietet über professionelle Partner Beratung und Unterstützung u.a.. in den Themen Betriebswirtschaft, Arbeitsrecht, Hygiene, Arbeitssicherheit, Personalwesen und Weiterbildung an. Auch Themen wie Personalvermittlung oder Bündelung von Strom über einen eigens eingerichteten „Stromfonds“ werden sehr gut genutzt. Der Vorteil für die Betriebe:
Kompetente vom Verband geprüfte Fachberater, Berater mit optimiertem Preis-/ Leistungsverhältnis, Zeitersparnis, Kostenoptimierung
Gelungenen PR-Aktionen
Die Tütenaktion „Kaufen Sie Ihre Brötchen ruhig da, wo Ihre Kinder einen Ausbildungsplatz finden“ wurde von insgesamt 14 Betrieben gestaltet.
Zum zweiten Mal hat man sich an den Mecklenburger Grillmeisterschaften beteiligt und mit dem Landwirtschaftministerium die Aktion „Schüler backen für Schüler“ organisiert.
Unter dem Motto „Schüler backen für Schüler“ wurden gesunde Backwaren für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung gesucht, die kinderleicht nachzubacken sind.
Die erfolgreichste Veranstaltung war jedoch die Landwirtschaftsmesse „MELA“ in Mühlengeez. In einem überdimensionalen „Brotkorb“, der von der CMA gestellt wurde, präsentierten 28 Bäckereien insgesamt 60 verschiedenen Brotsorten aus dem ganzen Land die Vielfalt der Brotspezialitäten der Branche. Wie Backwaren hergestellt werden, demonstrierte man in der „Gläsernen Backstube“.
Ausbildung im Visier
Über die Ausbildungsarbeit berichtete der stellv. LIM Klaus Tilsen aus Wismar. In MVP konnte die Zahl der Auszubildenden bei den Fachverkäuferinnen erneut um 53 gesteigert werden. Dies bedeutet eine Steigerung von ca. 7 Prozent auf 777 über alle drei Lehrjahre verteilt. Bei den Bäckerlehrlingen musste man erneut einen Rückgang von 361 auf 325 verzeichnen., bei den Konditorenlehrlingen konnte man leicht von 45 auf 47 zulegen. Bei ausgebildeten Konditoren besteht bereits ein akuter Fachkräftemangel im gesamten Norden. Vor dem Hintergrund, dass es ab 2010 weniger Schulabgänger geben wird, werde es immer wichtiger, geeignete Kandidaten für die Branche zu gewinnen, appellierte Tilsen an die Kollegen.
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