Saarland
Sich mit Ernährungsberatung profilieren
Claudia Schaefer gibt ihr Wissen als zertifizierte Ernährungsberaterin weiter

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beim Seminar zur Ernährungsberatung. Rechts Referentin Claudia Schaefer.
Der Bäckerinnungsverband Saarland e.V. lud jetzt alle Meister, Meisterfrauen und Erstverkäuferinnen zu einem ersten Seminar über Ernährungsberatung in die Handwerkskammer des Saarlandes ein.
Geschäftsführer Gerd Wohlschlegel begrüßte die Teilnehmer/innen sowie natürlich besonders die Referentin.
Er führte aus: Die Schlagzeilen in den Medien seien eindeutig: Die Deutschen sind zu dick, die Deutschen ernähren sich falsch, die Deutschen treiben zu wenig Sport. Am Bewegungsmangel kann das Bäckerhandwerk so direkt nicht viel ändern. Dass die Produkte des Bäckerhandwerks jedoch ernährungsphysiologisch wertvoll sind, daran lasse sich nicht rütteln. Die Frage sei hier, ob das den Verbrauchern aber hinreichend bekannt und bewusst ist, gab Wohlschlegel zu bedenken.
„Immer öfter werden über die Medien neue Ernährungsformen, Diäten und Lebensmittelskandale an unsere Kunden herangetragen, die Fragen aufwerfen. Auch die Zahl der Nahrungsmittelallergiker nimmt stetig zu und somit der Beratungsbedarf über das normale Fachwissen einer Bäckerei-Fachverkäuferin hinaus. Überlassen Sie das Thema Ernährung nicht länger den Krankenkassen, den Medien und selbst ernannten Experten! Eine kompetente Ernährungsberatung festigt den Ruf Ihrer Bäckerei als Fachgeschäft und macht Kunden zu Stammkunden.“
Claudia Schaefer begann ihren Vortrag mit den Worten: „Brot ist Leben.“ Dann stellte sie die Frage, was die handwerkliche Bäckerei ausmacht und beantwortete diese auch gleich mit Geschmack, Frische, Qualität und Nähe zum Kunden. Sie unterstrich, dass dazu auch erforderlich sei, dass kein billiger Einkauf für die Produkte vorgenommen wird. Sie erwähnte hier besonders Fette, die hochwertige Qualität haben müssen. „Das beste Produkt für die Kunden“, müsse die Devise sein. Dann erläuterte sie die Bedeutung Kohlenhydraten, Eiweißstoffen, Fetten, Pflanzenstoffen, Vitamine vornehmlich der B-Gruppe wie z. B. Getreide, Mineralien und Ballaststoffen für die Ernährung.
Sie schlug den Anwesenden vor, im Verkauf immer wieder Brotproben anzubieten. Jede Woche eine abwechselnde Sorte, um den Kunden zu zeigen, wie gut Brot schmeckt. Durch diese Kostproben und das Kauen des Brotes werden die Kohlenhydrate/Stärke in Zucker gespalten und verarbeitet. Der Geschmack wird dadurch angeregt, die Stimmung verbessert. „Brot ist Energieträger und daher von großer Bedeutung“, betonte Schaefer.
Ein guter Weg ein paar Kilogramm loszuwerden, sei zum Beispiel die Brotdiät. Dabei könne man auch ab und zu ein Stück Kuchen essen. Dies sei einer Diät nicht abträglich. Weiteres Thema war auch die „Low Carb“- Diät, bei der keine bzw. wenig Kohlenhydrate verwendet werden, besser bekannt als Atkins-Diät. Diese sei erfreulicherweise widerlegt.
Claudia Schaefer ging auch auf die EU-Ökoverordnung ein. Bei Verkauf dieser ökologischen Backwaren sollten niemals die konventionellen erzeugten Produkte vernachlässigt werden. Es gebe keine signifikanten Unterschiede bei der Erzeugung des Getreides in Bezug auf Schadstoffe, Nährwerte oder Gesundheit- und Geschmackswerte. Allerdings erreiche man eine bessere Umweltbilanz bei der Herstellung im Bio-Anbau. Wichtig sei vor allem, auch den Kunden klar zu machen: Brot ist die ideale Ernährungsgrundlage für alle und auch preiswert. Brot kommt unserem Zeitgeist entgegen, da das Brot als Mahlzeit schnell einsetzbar ist, besonders in Single-Haushalten. Durch die große Brotkultur und Brotvielfalt ist genügend Abwechselung gegeben.
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