Nordrhein-Westfalen

Schlossbrot und süßes Gespenst geboten

Bäckerinnung Neuss und Fleischer organisierten Freiluftfest für 10.000 Besucher


Hülchrath (rh). Vier Holzbacköfen auf dem Schlossplatz und weitere Elektrobacköfen im Zelt sorgten dafür, dass in diesem Jahr das Backwerk nicht zu knapp wurde. War es bei der Premiere wegen des großen Ansturms schnell zu Engpässen bei der Versorgung der 10.000 Besucher gekommen, so hatte die Bäckerinnung diesmal vorgebeugt und sogar einen leistungsstarken Stromgenerator aufgefahren, um während des Sonntages beim Schlossfest aktiv backen zu können.

Als im letzten Jahr zum „Hülchrather Brotmarkt“ aufgerufen wurde, waren die Fleischer bereits mit von der Partie. Nicht nur frisch gebackenes Steinofenbrot stand auf dem kulinarischen Speisezettel des historischen Marktes, auch Fleisch und Wurst durften nicht fehlen. So war es auch bei der Neuauflage am Schloss Hülchrath im Kreis Neuss. Die Fleischer- und die Bäckerinnung hatten gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft ein großes Fest organisiert, bei dem alle Besucher im wahrsten Sinne des Wortes auf ihre Kosten kamen. Genüsse waren nicht nur für den Gaumen und die Kehle bereit gestellt worden, auch Kulturelles gesellte sich zum Kulinarischen.

Waren die Veranstalter im vergangenen Jahr vom Besucheransturm regelrecht überrannt worden, so dass bereits mittags an einigen Ständen nur noch schulterzuckend „ausverkauft“ zu hören war, hatten sich die Lebensmittelhandwerker diesmal auf den großen Ansturm bestens vorbereitet. Über 10.000 Besucher waren gekommen, um zu sehen, wie Brot gebacken wird, Wurst gegrillt und süße Gebäckstücke hergestellt werden. Dass diese frisch von Pfanne, Grill und Backblech sofort ihre Abnehmer fanden, begeisterte nicht nur das Publikum. Auch die Obermeister der Innungen Jakob Andler (Bäcker) und Michael Ortmann (Fleischer) waren regelrecht aus dem Häuschen. Eine größere Fläche und ein breiter gefächertes Angebot standen zur Verfügung. Die Bäcker waren mit vier mobilen Holzbacköfen aktiv, die Fleischer agierten unter einem großen Zelt und darum herum. Bei der Veranstaltung ging es in erster Linie darum, für das Lebensmittelhandwerk zu werben. Frische und Regionalität sind die Dreh- und Angelpunkte der Aktion. Die Neusser Kappeswurst und Kappesfleischkäse, hergestellt mit Bärlauch und Sauerkraut, gibt es ausschließlich bei den Innungsbetrieben. Die Bäcker hatten ein eigenes Weizenmischbrot aufgelegt und als Süßspeise ein Hefeteig-Schlossgespenst angeboten. Werbung gab es für die einzelnen Betriebe nicht, die Innung stand im Mittelpunkt. Alle Aktiven waren in den eigens hierfür aufgelegten knallgelben T-Shirts zu erkennen.

Passend zum historischen Ambiente hatte die Agentur Karsten Hermida ein Rahmenprogramm mit Gauklern, Musikern und mittelalterlichen Künstlern zusammen gestellt. So konnte man den Verbrauchern eindrucksvoll demonstrieren, dass es auch Spaß bereitet, in den Handwerksbetrieben auch einzukaufen.


Artikel vom 30.08.2007
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