Sachsen

Schau- und Werbeeffekt ist nahezu unbezahlbar

Bäckerei Hennig warb auf der „Mitteldeutschen Handwerksmesse“ für sich und das gesamte Bäckerhandwerk / Nachwuchswerbung inklusive


Leipzig (ps). Nicht nur am Aschermittwoch gingen auf der 10. „Mitteldeutschen Handwerksmesse“ in Leipzig die in der „Gläsernen Backstube“ frisch gebackenen Pfannkuchen und Quarkbällchen weg wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“. Angelockt vom frischen Duft jener Backwaren, die kurz zuvor noch als Teig auf den Blechen lagen und jetzt heiß und duftend aus den Öfen kamen, bildeten sich am Messestand von Bäckermeister Jens Hennig aus Pegau immer wieder Menschentrauben und am Verkaufsstand nicht nur zur Mittagszeit lange Schlangen. „Das ist ja fast wie zu DDR-Zeiten, als wir nach Brot und Brötchen anstehen mussten“, fühlten sich vor allem viele ältere Verbraucher an früher erinnert.

Denn viele der insgesamt 175.000 Besucher des Leipziger Frühjahrs-Messe-Trios aus Haus-Garten-Freizeit-Messe, Immobilienmesse und Handwerksmesse schauten natürlich auch bei ihrem „Bäckermeister um die Ecke“ vorbei.

Doch damals war es ihnen nicht möglich, den Bäckern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. An den Plexiglas-Scheiben zur „Gläsernen Backstube“ drückten sich an den neun Messetagen die Schaulustigen vom Einlass bis kurz vor Feierabend regelrecht die Nasen platt, um zu sehen, wie aus einem Klumpen Teig ein wohl geformter Brotlaib entsteht, wie Zöpfe geflochten, echte Dresdner Eierschecke handwerklich hergestellt oder wie ein Schaubrot verziert wird. Von dieser Präsentation des typisch sächsischen Backwerkes waren am Eröffnungstag auch Saxonia-Landesobermeister Michael Wippler und Geschäftsführer Wolfgang Hesse sichtlich angetan. „Es ist toll, dass Obermeister Hennig sich erneut bereit erklärt hat, zum dritten Mal in Folge diese Gläserne Backstube zu präsentieren, denn eine bessere Werbung für unser schönes Bäckerhandwerk ist kaum vorstellbar.“

Für hautnahes Erlebnis gesorgt

Mit der Resonanz war natürlich auch Jens Hennig, Obermeister der Bäckerinnung Leipziger Land mit Sitz in Borna, recht zufrieden. „Die Besucher erlebten hautnah – und wer sich zu dicht an Backstube oder Ladentheke herangewagt hat, konnte schon einmal eine Prise Mehl abbekommen – wie wir tagtäglich in Backstube und an der Ladentheke arbeiten. Trotz unserer eigentlichen Arbeit im Betrieb und in den Filialen haben wir die Messemannschaft ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern gestellt, die sich im engen Kundenkontakt den Wünschen und Anfragen der Verbraucher stellen mussten. Natürlich haben wir uns auch über jene Hilfe gefreut, die wir von den Backmeistern der Sächsischen Bäckerfachschule in Dresden-Helmsdorf sowie von Mitarbeitern jener Firmen erhalten haben, die uns Technik und Rohstoffe zur Verfügung gestellt haben.“ Vor allem für die Lehrlinge war dieses Werben um den Kunden eine besondere Herausforderung, die unter anderem wissen wollten, warum am Messestand in diesem Jahr vor allem Produkte mit Weizenkeimlingen angeboten wurden. Aber natürlich gab es auch „ganz normales Backwerk“ wie Brot und Brötchen, Dresdner Eierschecke, Pfannkuchen und Quarkbällchen sowie erstmals auch Eisspezialitäten á la Hennig. Wer die Produkte gleich vor Ort probieren wollte, konnte sie sich im Messecafé gleich neben der Gläsernen Backstube bei einer Tasse Kaffee schmecken lassen.

Eine effektive Werbeaktion

„Vor allem mit der tollen Besucherresonanz bin ich überaus zufrieden“, freute sich Jens Hennig zum Messeschluss. „Der größere Bekanntheitsgrad wird uns helfen, den mit dem Neubau unseres Betriebes im Zwenkauer Ortsteil Rüssen-Kleinstorkwitz (die ABZ berichtete) geplanten Schritt nach vorn tatsächlich zu vollziehen. Zudem wünsche ich mir, dass sich wieder mehr junge Leute für den Bäckerberuf interessieren und eine Lehre in diesem schönen Handwerk anstreben, denn nur mit einem gut ausgebildeten Berufsnachwuchs können wir uns künftig am Markt behaupten.“ Diese positiven Nebeneffekte sind für Bäckermeister Jens Hennig sehr viel wichtiger als das wirtschaftliche Ergebnis der Messebeteiligung.

„Der organisatorische und personelle Aufwand für diese lebendige Werkstatt mit Backstube, Ladentheke und Eiscafé ist enorm“, fasst Jens Hennig zusammen. „Aber die Messebeteiligung ist nicht unser Hauptgeschäft, sondern soll ‚nur’ dazu beitragen, dieses weiter anzukurbeln und das Bäckerhandwerk ins rechte Licht zu rücken.“


Artikel vom 15.03.2007
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Regional vom 15.03.2007:

Dinkelbrot aus Schopfheimer Backstuben
Ehrenpreis an Heiner Kamps verliehen
Energiesparen ist angesagt
Reinigungsmittel als Thema
Es bewegt sich was in Richtung Premium
Mit Erfolgsstrategien zu besserer Präsenz
Praktisch oder theoretisch besser?
Osterhase werblich genutzt
Den Vorstand verjüngt
„Der Bäcker braucht auch Bio!“

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Regional


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!