Regional

Sanierung durch Verkauf des Innungshauses

Jahreshauptversammlung: Bäckerinnung Fürth verkündet Weg aus finanziellen Nöten


BayernFürth (buc). Die Bäckerinnung Fürth hat nach jahrelanger Diskussion und Geldnöten zum Jahrswechsel Nägel mit Köpfen gemacht und ihr sanierungsbedürftiges Gebäude an der Theresienstraße verkauft. Eventuelle Etatlücken kann man jetzt statt mit den sehr geringen Mieten mit den Zinsen des Verkaufserlöses decken.

Obermeister Hans-Jürgen Hartmann nannte die Entscheidung bei der Jahreshauptversammlung im „Haus des Handwerks“ in Fürth „den besten Weg, um die Finanzen in den Griff zu bekommen“. Man hatte in den Vorjahren bereits die Beiträge erhöht und Sparmaßnahmen eingeleitet, um das jährliche Defizit von ca. 10.000 Euro zu drücken.

In dem Gebäude seien die zugigen Fenster und der wasserdurchlässige Kamin zu sanieren; vom maroden Erdgeschoss ganz zu schweigen. Laut Thomas Mörtel will der Käufer, der Bäcker in seiner Verwandschaft hat, nach der Sanierung des denkmalgeschützten Baus sogar den Begriff „Bäckerinnungshaus“ bewahren. Ehrenmitglied Hans Heller bestätigte, der Verkauf müsse sein – er tue aber weh. Das Haus sei stets „der Stolz der Innung gewesen“.

Einstimmig beschlossen die Mitglieder, etwa 90 Prozent des Kaufpreises auf zunächst fünf Jahre fest anzulegen. Im Haushaltsplan 2010, den Mörtel vorstellte, sinkt durch die Zinseinnahmen das Minus auf 3000 bis 4000 Euro, das man durch Rücklagen deckt. Und man will künftig versuchen, Events wie den Faschingsball oder die öffentliche Brotprüfung besser zu bewerben und als weitere Einnahmequelle zu nutzen.

Dass man nicht auf hohe Beiträge bauen kann, hat seinen Grund: Von 88 Mitgliedern sind nur noch 28 Voll- und 50 Teilzahler. Von der Mitgliederliste gestrichen wurden zuletzt die Betriebe Michael Ackermann (Stein), Götz (Zirndorf) und Reinhold Schubert (Wilhermsdorf). Ehrend gedacht wurde des im vergangenen Jahr verstorbenen Herbert Löslein (Kirchfarrnbach). Spekulationen über eine Fusion erteilte OM Hartmann aber eine Absage; das würde nur schwächen. Man bekenne sich zum Standort Fürth mit bewährter Betreuung durch die KHS.

Als Kassenrevisoren wiedergewählt wurden Karl Gräf und Gerhard Fehr.


Artikel vom 07.04.2010
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