Saarland

Saar-Handwerk 2006 in guter Stimmung

Handwerkskammer des Saarlands: Trotzdem Skepsis bezüglich der Entwicklng im Jahr 2007


Saarbrücken (p). Die Stimmung im Handwerk, auch im saarländischen ist zum Jahresende hin stark aufgehellt. Das berichtete der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), Georg Brenner, anlässlich der Medien-Konferenz der Kammer zum Jahresende in Saarbrücken. Nach sieben recht mageren Jahren habe es in 2006 endlich wieder eine bundesweite Aufwärtsentwicklung beim Handwerk gegeben. Dazu habe beispielsweise der Exportboom beigetragen, auch die anziehende Binnennachfrage habe geholfen, vor allem bei den Investitionsgütern, beispielsweise im Wirtschaftsbau, sei Bewegung nach oben festzustellen gewesen. Weniger allerdings beim privaten Konsum. Positive Auswirkungen hatten auch staatliche Fördermaßnahmen wie beispielsweise der Steuerbonus und das Programm zur energetischen Gebäudesanierung ebenso wie Vorzieheffekte durch die 2007 drohende Mehrwertsteuererhöhung. Nach den derzeit nur verfügbaren Halbjahresstatistiken hat sich das Saar-Handwerk 2006 schlechter entwickelt als der Bundesschnitt. Das gelte sowohl für den Umsatz als auch für die Beschäftigung. Die HWK geht aber davon aus, dass die erfreulichere Entwicklung im 2. Halbjahr am Ende des Jahres ein wesentlich positiveres Bild zeichnen werden. Was die Entwicklung 2007 anbelangt, herrscht im saarländischen Handwerk überwiegend Skepsis vor. Dies zeigten die Daten des HWK-Herbsttests, die bei Investitionen und Beschäftigung noch erhebliche Zurückhaltung beim dauerhaften Aufbau zusätzlicher Kapazitäten aufzeigten. Die anstehende Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent und die Ungewissheit über den weiteren Kurs der Bundesregierung sind hierfür wichtige Ursachen. Die Erwartungen eines weiterhin stagnierenden privaten Konsums in 2007 beeinträchtigen ebenfalls die Zukunftserwartungen im saarländischen Handwerk. Die höhere Umsatzsteuer werde Geld abschöpfen, das für den Konsum nicht mehr zur Verfügung steht. Hinzu kämen nach Ansicht der Kammer weitere steuerliche Maßnahmen, die die Ausgabemöglichkeiten der Konsumenten schmälern, etwa die Reduzierung des Sparerfreibetrages und die verminderte Kilometer-Pauschale. Nicht zu vergessen seien diesbezüglich die drohenden Erhöhungen bei den Beitragssätzen in der Renten- und Krankenversicherung. Realistischerweise gehe das Handwerk daher im Bund beim Umsatz von plus minus null aus, bei der Beschäftigung sei noch ein leichter Zuwachs denkbar. Im Saarland sei mit keinen großen Abweichungen gegenüber dem Bundestrend zu rechnen. Dabei, so Brenner, werde es von Handwerk zu Handwerk durchaus Unterschiede geben. Der Bau, insbesondere der Wirtschaftsbau, werde sich positiv entwickeln. Das gelte auch für die handwerklichen Zulieferer. Je näher ein Handwerk am Konsumenten angesiedelt ist, desto schwieriger werde es werden, bei Umsatz und Beschäftigung zu expandieren.



Artikel vom 14.12.2006
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