Baden & Württemberg
Rund um Ladenöffnung und Ernährungsberatung
Versammlung Bäckerinnung Ludwigsburg/Rems-Murr bietet vielfältiges Informationprogramm mit einer Berufsmodenschau
Ludwigsburg (pgö). Den Teilnehmern an der Jahreshauptversammlung hatte Obermeister Georg Strohmaier eine umfangreiche Tagesordnung gepackt. Neben Regularien standen interessante Vorträge und eine Berufsmodenschau auf dem Programm. Wer seinen Beruf liebe, der engagiere sich gerne für das Bäckerhandwerk, bestätigte der Obermeister und verwies auf das Leitbild des Deutschen Bäckerhandwerks als gelungene Broschüre des Zentralverbandes.
Zum Gleichbehandlungsgesetz gab er den Kollegen Unterlagen an die Hand und riet, diese gründlich zu studieren und sowohl bei Stellenausschreibungen als auch bei Bewerbungsgesprächen jegliche Verstöße gegen dieses Gesetz zu vermeiden. Bei Fragen zu diesem Themenkomplex kann der Landesinnungsverband kontaktet werden. Die neuen Ladenöffnungsgesetze lösen immer wieder kontroverse Diskussionen aus. Georg Strohmaier hält seine Meinung dazu nicht hinterm Berg, sondern nimmt klar Stellung. So lehnt er die „gesetzlich verordnete Service-Wüste“ ab und macht klar „wir dürfen nicht hinnehmen, dass die Landesregierung uns per Gesetz zwingen will, unsere Kunden zu verärgern.“ An den Tankstellen könne alles als „Reisebedarf“ verkauft werden, sogar Hofläden dürfen sonntags sechs Stunden öffnen. Das Bäckerhandwerk dürfe keine Gängelung akzeptieren und müsse als Lieferant frischer Back- und Konditoreiwaren dann öffnen dürfen, wenn der Kunde es erwartet. Eine gesetzliche Gängelung des Bäcker- und Konditorenhandwerks lehnt der Obermeister ab. „Wir müssen uns wehren“ rief er auf, „und nicht jeden Blödsinn klaglos hinnehmen und mitmachen!“
Im Rahmen der Regularien stand eine Satzungsänderung auf der Tagesordnung, die notwendig wurde, da die Handwerksordnung die Deckung des Innungsgebietes mit dem Landkreis fordert. Die Satzungsänderung wurde einstimmig akzeptiert. GF Frank Sautter legte den Haushaltsplan 2007 vor und erläuterte die Jahresrechnung 2007. Die Versammlung nahm beides einstimmig an und entlastete Vorstand und Geschäftsführung.
Martin Heck und Ernährungsberaterin Monika Steinkogler stellten die IKK-Impulswerkstatt vor. Sie bietet für Betriebe aus dem Rems-Murr-Kreis ab Juni Schulungen an, damit sie ihren Kunden noch besseren Service bieten können. Zielgruppe ist das Verkaufspersonal der Bäckerei. Die Verkäuferin wissen zwar viel, erklärte die Ernährungsberaterin, sind aber oft um eine Antwort verlegen, wenn Fragen tiefer gehen. Wenn ein Kunde sagt, „ich möchte Vollkorn essen, aber die Körner bleiben mir in den Zähnen hängen“, sollten sie antworten könnten: „Vollkorn kann ganz fein vermahlen sein, beispielsweise in unserem XY-Brot“. Auch der derzeit wieder grassierende Diät-Wahn, von kohlenhydratreduzierte Diät bis Glyx-Diät, fordert informiertes Personal, das beurteilen kann, was sinnvoll und was unsinnig ist. Geschult werden Gruppen zu je 15 Personen, der Kurs dauert eineinhalb Stunden. Monika Steinkogler riet den Betrieben dazu, den Mitarbeiterinnen den Kursbesuch während der bezahlten Arbeitszeit zu ermöglichen. Das fördere die Motivation und erhöhe die Beteiligung. Es kann ein individuelles Training gewählt werden, aus den Themen Getreide und Brot in der gesunden Ernährung, Vollkorn, Inhaltsstoffe im Brot und ihre Funktion, Ernährung bei Nahrungsmittelsensibilität und ernährungsbedingten Krankheiten.
Hans-Jörg Klein vom Plenum Heckengäu stellte das neue Vermarktungskonzept mit dem Markenzeichen „Heimat – nichts schmeckt näher“ vor. Diese Dachmarke und Qualitätssiegel soll für einen ganzen Warenkorb von Lebensmitteln eingeführt werden. Vorgesehen sind „hochwertige Produkte mit Geschichte“. Dem Verbraucher sollen heimatliche Gefühle beim Essen und Trinken vermittelt werden, Geschmacksbild einer Landschaft. Um Beteiligung werden Getreideanbauer, Mühlen und Bäcker gefragt. Jan Lukenbill aus Waiblingen gilt als Deutschlands jüngster Designer. Er hat bereits mehrere namhafte Preise gewonnen und gehört im deutschsprachigen Raum zu den 10 vielversprechendsten Nachwuchsdesignern. und wurde Sieger bei einem Wettbewerb für junge Berufskleidung. Speziell für die Innung Ludwigsburg/Rems-Murr präsentierte er eine kleine, exklusive Berufsmodenschau.
Weitere Nachrichten aus Regional vom 18.05.2007:
Optimismus wieder deutlich spürbar
Bürokratischer Aufwand bremst Aufschwung
Bäcker in Vorfreude auf das Jubiläum
Reform der BGN avisiert
Torten und Azubis sichern
Minister Schnappauf bei der Brotprüfung
Erfolgsschlüssel in Händen
Der neue OM heißt Harry Barthold
Beste Werbung für das Bäckerhandwerk
Silberstreif am Horizont


RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"