Bayern

Rekordzahl an Lehrlingen

Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Cham


Cham (tp). Die Entscheidung der CSU-Landtagsfraktion über die Beibehaltung der bisherigen Regelungen beim Ladenschluss fand bei der Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Cham breite Zustimmung. Von verlängerten Öffnungszeiten würden in erster Linie die Einkaufszentren auf der Grünen Wiese, der großflächige Einzelhandel sowie Betriebe in 1a-Lagen in den Ballungszentren profitieren, so Obermeister Fritz Berg.

Zur Versammlung im Hotel Randsberger Hof konnte Obermeister Fritz Berg neben seinem Vize Willi Limmer und dem Bäko-Niederlassungsleiter von Straubing, Claus Simmel, auch Geschäftsführer Theo Pregler von der Kreishandwerkerschaft Cham begrüßen. Erfreut zeigte sich Obermeister Fritz Berg über die Lehrstellensituation im Innungsbereich. Mit rekordverdächtigen 26 neuen Ausbildungsverhältnissen bei den Bäckern und 25 bei den Fachverkäuferinnen zeigte man sich äußerst zufrieden.

Die allgemeine wirtschaftliche Lage bezeichnete Obermeister Fritz Berg als „derzeit ganz passabel“, aber die gestiegenen Energiepreise und die zum 01.01.2007 beschlossene Mehrwertsteuererhöhung dämpfen die Erwartungen. Auch die Erhöhung der Mehlpreise aufgrund der Ernteausfälle wegen der verregneten Augustwochen belastet die Kalkulation der Betriebe. Dabei dürfte der Mehlpreis eher nach oben gehen, da ab dem 1. Januar 2007 die gesetzliche Vorgabe gilt, dass jeder Ottokraftstoff zu 2 Prozent aus Bioethanol bestehen muss. Bis 2010 soll der Wert auf 5,75 Prozent gesteigert werden. Auch die Zunahme von Biogasanlagen kann den Getreidemarkt beeinflussen.

Dass es für die Berufsorganisation notwendig ist, sich in politische Dinge einzumischen, zeigt die aktuelle Entscheidung zum Ladenschluss in Bayern, so Berg. Der Landesinnungsverband und die Innung haben alle bayerischen Landtagsabgeordneten auf die Position des Handwerks zu diesem Thema aufmerksam gemacht.

Obermeister Fritz Berg freute sich über den regen Zuspruch bei der Aktion „Image-Tüte“, an der sich fast 30 Innungsbetriebe beteiligt haben. 255.000 Verkaufstüten konnten in Auftrag gegeben werden und sollen den Verbraucher über die Qualität und den Service in den Bäckereien sowie über die vor Ort vorhandenen Arbeits- und Ausbildungsplätze informieren.

Bäko-Niederlassungsleiter Claus Simmel aus Straubing informierte über Umstrukturierungen innerhalb der Einkaufsgenossenschaft und über die Kooperation mit der Bäko Weiden. Außerdem wurden die Betriebe über die Ernte- und Qualitätserwartungen auf dem Rohstoffmarkt informiert.

Geschäftsführer Theo Pregler informierte die Betriebe anschließend über das am 18.08.2006 in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Nach dem Gesetz sind Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion und der Weltanschauung zu vermeiden. Die Betriebe sollten deshalb Stellenausschreibungen neutral gestalten und auf jeden Fall in männlicher und weiblicher Form ausschreiben. „Im Betrieb sollte mit Mitarbeitern und Kollegen sowie mit Geschäftspartnern so umgegangen werden, wie man selbst korrekterweise behandelt werden möchte.“


Artikel vom 22.02.2007
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