Baden & Württemberg
Preis treibt Kunden zu den Discountern
Versammlung der Innung Freiburg: Kleine Innungen mögen Fusion nicht

Goldmedaillen-König der Bäckerinnung Freiburg ist der Opfinger Bäckermeister Kurt Gugel. Drei neue Goldmedaillen kamen jetzt hinzu und wurden Gugel von OM Hermann Aichele und Geschäftsführer Ludwig Eckerle überreicht.
„Wir freuen uns zwar, wenn es wirtschaftlich wieder aufwärts geht, wie wir täglich aus den Medien erfahren, doch ein Rest an Bedenken, dass der Konjunkturfrühling von kurzer Dauer sein könnte, ist schon noch vorhanden“, sagte Aichele in einem politischen Überblick. Vor allem die Erhöhung der Mehrwertsteuer könne den Bäckern noch zu schaffen machen. Schließlich sei die große Koalition in Berlin nicht die beste aller Lösungen. Besorgt mache ihn, dass sich der Rückgang im Bäckerhandwerk fortsetzt. Auf der Handwerksmesse in München habe er bemerkt, dass man das Handwerk in der Ausstellungsfläche zurückgefahren habe.
Vor fünf Jahren sei eine Gebietsreform für die Innungen angekündigt worden. „Viel weiter gekommen ist man seitdem nicht“, berichtete Aichele. Der Widerstand in kleinen Innungen sei immer noch vorhanden, die sich von einer Fusion offensichtlich nicht viel versprechen.
In der Ortenau, wo vier Innungen die Interessen des Bäckerhandwerks vertreten, habe man sich für die Beibehaltung der Selbstständigkeit entscheiden, was eine kooperative Zusammenarbeit, wie sie bisher schon bestanden hat, nicht ausschließt. Die Innung Müllheim wolle weder eine Fusion mit Freiburg noch mit Lörrach. Da werde sich vorläufig nichts ändern.
Das Drängen auf dem Backwarenmarkt verschärfe sich. In Freiburg würden schon drei Discounter ihre Backwaren anbieten. Offensichtlich sei es der Preis, der ihnen die Kunden bringt und diese bei den herkömmlichen Bäckereien abzieht, die unverändert an ihrer Qualität festhalten. Darüber könne man sich schon seine Gedanken machen, meinte Aichele. Probleme habe man mit den Neuerungen des Wirtschaftskontrolldienstes und dessen unverhältnismäßig hohe Gebühren. Nicht zu übersehen sei auch die EU-Hörigkeit.
„Ausbildung liegt uns am Herzen“, war das Thema von Thomas Krause von der Handwerkskammer Freiburg und es passte in die Diskussion. Prüfungsvorsitzender Stefan Matt äußerte sich besorgt über die hohe Abbruchrate der Bäckerlehrlinge und Erwin Heitzmann, einer der großen Ausbildungsbetriebe im Innungsbezirk, monierte die geringe Belastbarkeit auffallend vieler Mitarbeiter.
Dies wurde von Kreishandwerksmeister Kraus auch von anderen Innungen bestätigt.
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