Baden & Württemberg
Praxisnahen Info-Service geboten
Regionalversammlung des LIV Württemberg: Aktuelle Themen diskutiert / Neuen Betriebsberater vorgestellt
Öhringen (rs). Im Gebäude der Bäko in Öhringen konnte Landesinnungsmeister Johannes Schultheiß zahlreiche Obermeister, Vorstandsmitglieder der Innungen, Innungsmitglieder und auch einige Meisterfrauen begrüßen. Das Interesse zeigte, dass der Württembergische Landesinnungsverband als kompetenter Dienstleister für die Bäckereiunternehmen wahrgenommen wird.
Viel Bewegung im Verband
Um die Leistungsfähigkeit beizubehalten und noch zu verstärken, sei man auf dem richtigen Weg, so der Landesinnungsmeister, der die Zusammenlegung der Innungen Stuttgart und Ludwigsburg darstellte. Auch der Geschäftsstellenumzug der Innung Stuttgart in das Verbandsgebäude beinhalte ebenfalls Synergieeffekte. Günter Semmig und Sekretärin Breker werden zusätzlich als Berater zur Verfügung stehen, so der LIM, der des weiteren die Einstellung von zwei Studenten der Berufakademie (BA) bekannt gab.
Die Bäko-Zusammenschlüsse Stuttgart und Erdmannhausen sowie Reutlingen und Ravensburg seien auf gutem Weg und aus Gründen wirtschaftlicher Notwendigkeiten und der zukünftige Leistungsfähigkeit initiiert worden. An den Gerüchten, dass die Bäko-Region Süd mit der Region Nord zur Bäko Deutschland verschmelzen werde, daran sei zwar nichts konkretes, doch gedacht wurden diese Gedanken schon, betonte Johannes Schultheiß.
Dipl. Kaufmann Franz-Eduard Kunkel wird als neuer Betriebsberater für den ausscheidenden Theodor Rolf ab 1.November 2005 im Verband tätig sein. Zuvor war Franz-Eduard Kunkel 11 Jahre beim renommierten Wirtschaftprüfunternehmen Price Waterhouse Coopers tätig.
Dissonanzen bei Backdiscounter
Dass billig nicht jeden anspricht, dies haben mittlerweile auch Discounter und Backwarendiscounter in der BRD mitbekommen. Marktführer Aldi will z.B. sein Angebot mit Markenartikeln und Backstationen anreichern, um an Attraktivität zu gewinnen. Auch die inzwischen in der BRD auf 450 bis 500 Outlets angewachsenen Backwarendiscounter scheinen an die Grenzen ihres Wachstums gekommen zu sein, denn es gibt genügend Beispiele, wo Erfolg versprechende Standorte wieder geschlossen wurden.
Betriebsberater Josef A. Hartmayer vom LIV konnte in seinem Beitrag mit vielen Fakten und Daten diesen Zustand ausführlich darlegen. Mittlerweile sind die besten Verkaufsstandorte mit Mieten zwischen 7000 und 7500 Euro je Standort besetzt und Hartmayer sieht für das Jahr 2006 einen Kannibalisierungsprozess, an dessen Ende die Marktbereinigung steht. In der Diskussion, die GF Kofler leitete, waren sich die Teilnehmer einig, dass das Bäckerhandwerk nicht nur genau so frisch sein muss wie die Mitwettbewerber, sondern auf jeden Fall auch besser. Nur dann würden Kunden den höheren Preis auch akzeptieren.
Neues Gaststättengesetz
Um Essen und nicht alkoholische Getränke anbieten zu können, braucht man in Zukunft in der BRD keine Konzession mehr, erläuterte RA Dagmar Eder-Hoffmann – mit Einschränkungen. Wenn die Gästeplätze (Sitz- und Stehplätze) die Zahl 40 nicht überschreiten, müssen auch keine Toiletten für Gäste vorhanden sein. Es empfehle sich aber, aus Gründen der Information, die Gäste darauf hinzuweisen, dass keine Toiletten vorhanden sind, so Eder-Hoffmann. Dies hat nichts damit zu tun, dass natürlich für Angestellte grundsätzlich laut Bauverordnung eine Toilette vorhanden sein muss.
Wer auf Grund dieser neuen Gesetzeslage sein gastronomisches Angebot erweitern will, dem wird außerdem empfohlen, vorab die zuständige Lebensmittelkontrollstelle beim Amt für öffentliche Ordnung zu informieren. Dem LIV liegt auch ein Schreiben des Wirtschaftsministeriums vor, welches interessierte Mitglieder anfordern können, um eventuell noch nicht informierte Beamte mit der neuen Gesetzeslage bekannt zu machen.
Energieeinsatz optimieren
Die Frage, wie der Energieeinsatz optimiert werden kann, so Verbandsgeschäftsführer Andreas Kofler, sei noch nie so aktuell gewesen wie zurzeit. Zukünftig sei eher mit steigenden Kosten zu rechnen, so Kofler, der auch die Frage nach Erdgas, Flüssiggas und Biodiesel für den Fuhrpark ansprach. Auf Einsparquoten auch in halben Prozentsätzen könnte heute niemand mehr verzichten. Josef A. Hartmayer stellte zwischen 2003 und 2004 eine Energiekostensteigerung von zirka 10 Prozent fest, die bei Betriebsgrößen von 500 000 Euro und 2 Mio. Euro bei 3,73 bzw. 2,48 Prozent liegt.
Unter www.erdgasfahrzeuge.de und www.erdgasmobil.de können Interessierte nähere Infos entnehmen. Da bei den Anwesenden starkes Interesse zum Energiesparen bestand, wird sich der Verband im nächsten Jahr bemühen, ein spezielles Seminar mit neutralen Energieberatern durchzuführen. Geschäftsführer Kofler wies darauf hin, dass der Verband bei der komplizierten Antragstellung zur Rückerstattung der Mineralölsteuer für Firmenfahrzeuge ab 2006 den Mitgliedern als zusätzliche Dienstleistung Hilfe anbietet.
Allergene Stoffe kennzeichnen
Hans-Georg Baum, Schulleiter der Württembergischen Bäckerfachschule sprach über die ab 25. November 2005 verbindlich geltende Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) in Bezug auf Fertigpackungen. Diese Verordnung gilt nicht für die Kennzeichnung von Lebensmitteln in Fertigverpackungen, die in der Verkaufsstätte zur alsbaldigen Abgabe an den Verbraucher hergestellt und dort jedoch nicht in Selbstbedienung abgegeben werden. Auch bei loser Ware muss nicht deklariert werden. Der Wegfall der 25-Prozent-Klausel bedeutet, dass nun alle Zusatzstoffe, auch die allergenen Stoffe, bei Fertigverpackungen deklariert werden müssen. Zutaten, die allergische oder andere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können (Anlage 3 der LKKV) sind: Glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxid. Bei verpackter Ware muss auch die Produkt- und Verkehrsbezeichnung beachtet werden. So z.B. Produktbezeichnung: Berliner Landbrot; Verkehrsbezeichnung: Roggenmischbrot.
Rund um Rohstoffpreise
Jörg Beck von der Bäko Region Stuttgart konnte zur Preisentwicklung auf dem Rohstoff- und Investitionsmarkt sprechen. So wurde empfohlen, mit dem Einkauf von Nussprodukten noch etwas zu warten. Auf Grund der zu erwartenden Zuckermarktordnung der WHO sei voraussichtlich mit sinkenden Preisen zu rechnen. Die Preise beim Mehlmarkt wurden als stabil bezeichnet, wobei bei Eiprodukte auf Grund neuer Verordnungen zur Hühnerhaltung einen Anstieg der Preise zu erwarten sei. Beck sprach auch von günstigen Finanzierungsangeboten im Investitionsbereich. Bei der Südback werden Jokerangebote der Bäko mit attraktiven Konditionen für Überraschung sorgen.
südback- und SWR-Aktion
Andreas Kofler wies in diesem Zusammenhang auch auf das Südback-Gastland Ungarn hin, welches mit einem sehr guten Programm überraschen wird, wie auch der durch das Fernsehen bekannte Prof. Hademar Bankofer, der sich für das Brot des Bäckers in Halle 7 stark macht. Anmeldungen zur Wahl der Brezelkönigin, die dann auf der Südback vorgestellt wird, werden noch angenommen Bewerberinnen aus dem Bäckerhandwerk sollten zwischen 18 und 28 Jahre alt sein.
Öffentlichkeitsbeauftragter Georg Strohmaier, wies noch auf die Kampagne mit dem SWR1 hin, deren Werbewert von unschätzbarem Wert (500. 000 Euro) sei. Er stellte die Teilnahmepakete zu dieser fast kostenlosen Werbeaktion mit bestem Verbreitungswert vor, die es bei der Bäko zu bestellen gibt.
Bei der Fernsehsendung Kaffee oder Tee in SWR3 sollte man auch die dort vorgestellten Sonntagskuchen nachbacken, um von diesem zusätzlichen Werbewert zu profitieren.
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