Nordrhein-Westfalen
Praktikum bringt Erfahrung
Azubis aus Südwestfalen arbeiteten in Frankreich
Arnsberg/Annecy/Chambéry (rp). Leben und Arbeiten in Frankreich? Warum eigentlich nicht? Sie sind auf den Geschmack gekommen, die Teilnehmer am französischen Lehrlingsaustausch und der eine oder der andere könnte es sich durchaus vorstellen, einmal für längere Zeit dort zu arbeiten. Die Chancen dazu stehen gut, denn in den Alpenregionen Savoyen und Hoch-Savoyen sind qualifizierte Facharbeiter sehr gefragt. Mit 28 Auszubildenden aus Südwestfalen reiste Norbert Genau, der bei der Handwerkskammer Arnsberg für den Lehrlingsaustausch verantwortlich zeichnet, nach Annecy und Chambéry zu den französischen Partnerkammern. Zwei Wochen lang arbeiteten die jungen Männer und Frauen in ihren Gastbetrieben mit. „Engagiert und mit großer Ernsthaftigkeit“, wie Genau der Gruppe bescheinigte. Alle hätten das Angebot zum Mitarbeiten angenommen und den Aufenthalt „wirklich als Lebenserfahrung genutzt“.
Letztendlich ist dies auch den Handwerksunternehmen mit ihrer Gastfreundschaft zu verdanken. Nachdem sie herausgefunden hatten, welche Fähigkeiten und Kenntnisse die Praktikanten mitbringen, wurden sie voll integriert. Für ihre Mitarbeit gab es neben Abschiedsgeschenken – teils auch in barer Münze – ein großes Lob für ihre handwerklichen Qualitäten und dem Vernehmen nach mussten sie ab und zu auch in ihrem Eifer gebremst werden. Darin zeigte sich einer der Unterschiede zwischen deutscher und französischer Arbeitsmentalität. „Weniger Stress, ein ruhiger Umgangston, nicht ständig schnell-schnell“, fasst Betreuer Genau die Erfahrungen zusammen. Das heiße aber nicht, dass deshalb weniger oder schlechter gearbeitet werde.
Ungewohnt, aber nicht unangenehm war die verlängerte Mittagspause von bis zu eineinhalb Stunden. Dadurch muss zwar abends länger gearbeitet werden, doch man kommt entspannter nach Hause.
Wer in einem fremden Land arbeitet, sollte dies auch kennen lernen: So wurden die Teilnehmer vor der Reise nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell auf ihren Aufenthalt vorbereitet. Vor Ort schließlich vervollständigten Ausflüge in die Umgebung und Empfänge in den Rathäusern von Annecy und Chambéry das Bild. Die Teilnahme am Lehrlingsaustausch, der alle zwei Jahre stattfindet, ist übrigens eine kleine Auszeichnung, nicht nur für gute schulische und betriebliche Leistungen, sondern auch für Motivation, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit.
Mit von der Partie auch drei Azubis im Bäckerhandwerk. Maximilian Kessler aus Neunkirchen (Ausbildungsbetrieb Bäckerei Kessler, Neunkirchen), Heiko Daniel Schmitt aus Meinerzhagen (Ausbildungsbetrieb Karl-Jörg Voss, Meinerzhagen) und Bernd Schauerte, Arnsberg (Ausbildungsbetrieb Bäckerei Jürgens Arnsberg), konnten sich davon überzeugen, dass handwerkliche Qualitäten – made in Germany – auch im benachbarten Ausland gefragt sind.
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