Saarland

Perfektes Brot zur Barockstraße kredenzt

Reichsgräfin Katharina stellt in Ottweiler werbewirksam das neue Barockbrot vor


Ottweiler (gew). Es klingt wie ein Märchen: Da kommt ein junges Mädchen mit 17 Jahren vom Land in die Residenz, gewinnt das Herz des Fürsten, wird seine Lebensgefährtin, wird Freifrau und Gräfin und schließlich seine rechtmäßige Frau. In Saarbrücken wurde vor genau 220 Jahren dieses Märchen wahr. Am 28. Februar 1787 heiratete der regierende Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken die Reichsgräfin Katharina von Ottweiler, die ursprünglich Margaretha Kest hieß und auch „Gänsegretel von Fechingen“ genannt wurde. Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken erwarb 1788 die damals lothringische Herrschaft Dillingen und in Verbindung damit wurde ihm vom König von Frankreich der Titel eines Herzogs von Dillingen verliehen und damit war seine Frau Herzogin. Soweit die Geschichte, die jetzt mit einem Barockbrot abgerundet wird. Es enthält Zutaten, die zu Fürstenzeiten sehr beliebt waren. Wertvoller Roggen, Dinkel, Äpfel und Kartoffeln geben dem Brot einen unverwechselbaren Geschmack. Die Firma Juchem aus Eppelborn tüftelte an dem Rezept für die neue Kreation.

Mit gut einer halben Stunde Verspätung begann dann die Audienz der Reichsgräfin Katharina von Ottweiler im Witwenpalais. Aber was sind schon 30 Minuten, wenn man gerade erst seinen 250. Geburtstag gefeiert hat? Außerdem wurde das Eintreffen der Gäste durch so etwas Profanes wie „eine lange Schlange von Blechkarossen, die sich Richtung Ottweiler quälen“, wie es Baumeister Friedrich Stengel nannte, verzögert.

Schließlich unterrichtete Baumeister Stengel alle Anwesenden noch im Hofzeremoniell, ehe Gräfin Katharina ihre Untertanen begrüßte. „Als wir auf unserer Zeitreise hier gelandet sind, gelüstete uns bald nach den Köstlichkeiten unserer Zeit. Wir fanden in Bäckermeister Roland Schaefer einen guten Hoflieferanten, der uns mit den feinsten süßen Backwaren verwöhnt, doch etwas Herzhaftes fehlte uns. Die Idee von unserem Hofbäckermeister, ein Barockbrot zu backen, machte uns viel Freude. Doch allein konnte er diese große Menge für all unsere Untertanen nicht schaffen und wandte sich so an die Bliesmühle in Blieskastel-Breitfurt der Firma Juchem aus Eppelborn“, erklärte die Gräfin.


Artikel vom 26.07.2007
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