Hessen

Organisation muss reformiert werden

Versammlung der Innung Hanau: Auf dem Weg zur Fusion mit Offenbach


Bruchköbel (dtp). Haus der Bäcker, Ausbildung und Gestaltung der Zukunft waren wichtige Themen bei der Versammlung der Bäckerinnung Hanau. Große Freude zeigte OM Rudi Bär angesichts des sehr guten Besuches, den er sich künftig bei jeder Veranstaltung wünsche. Die Innung habe derzeit 34 Mitgliedsbetriebe, es sei ein backender Betrieb neu hinzu gekommen, der seinen Sitz aus einer anderen Region hierher verlegt habe. Bei insgesamt 38 Bäckereien im Einzugsbereich sei das ein hoher Organisationsgrad.

In seinem Bericht hob er den guten Kontakt mit der Berufsschule auch nach dem Wechsel an deren Führungsspitze hervor. Der Verkauf des Hauses der Bäcker in Hanau komme zum richtigen Zeitpunkt. Über das Haus sei die Innung in den vergangenen Jahren immer gut unterstützt worden. Durch das aus dem Verkauf resultierende Vermögen werde diese Kraft erhalten bleiben.

Bei der letzten Zwischenprüfung seien die Noten sehr mager gewesen, „das macht schon nachdenklich,“ sagte Bär und schwenkte auf das mit Ausbildung und Leistung verbundene Image des Bäckerhandwerks ein. Er empfahl die Anforderungen und Ansprüche bei der Ausbildung zu erhöhen und nicht mehr jeden Bewerber unbesehen einzustellen.

Thorsten Philippi zeigte per Beamer, wie die neue Ausbildungs-Verordnung für Bäcker bei der Zwischen- und Abschlussprüfung mittels einer Fünf-Schritt-Methode umgesetzt werden könne. Sie richte sich nach den Lernfeldern und solle handlungsorientiert ablaufen. Die schriftlichen Teile der Prüfung müssten sich auf die Aufgaben der Praxis beziehen, sagte er und wurde von Verbandsgeschäftsführer Stefan Körber mit einigen Ergänzungen versehen. Die bezogen sich besonders auf Projekt-Aufgaben und wie sie zu gestalten wären. Erstmals werde die Abschlussprüfung nach der neuen Verordnung 2007 in der Praxis umgesetzt.

Bei seinem Grußwort sagte der als Gast anwesende OM Wolfgang Schäfer von der Bäcker-Kreis-Innung Offenbach, die geplante Fusion der beiden Innungen sei der richtige Weg. Er stehe auf dem Standpunkt, es sollte die Berufs- und Handwerks-Organisation in Frage gestellt werden, um zu Verbesserungen zu gelangen. Durch die Selbstverwaltung laufe zum Beispiel viel Geld ins Leere, das müsse geändert werden. „Warum müssen wir in Hessen etwa drei Handwerkskammern, 26 Kreishandwerkerschaften und 26 Bäckerinnungen haben?“ Da sei u. a. der Hebel anzusetzen.

Wolfgang Biedenbender, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hanau dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Innung, „wenn wir auch nicht die Geschäftsführung haben.“ Im Übrigen stimme er OM Schäfer zu, die Organisation müsse reformiert werden. Auch er trete für die geplante Fusion ein. „Die jungen Leute verlangen hohe Dienstleistungen. Wenn die stimmen, sind sie zufrieden.“ Darüber hinaus hoffe er, dass nach der Fusion der Innungen die Fusion der beiden Kreis-Handwerkerschaften (Offenbach und Hanau) in absehbarer Zeit zur Realität werde. Weiter habe er die Hoffnung, dass weitere Innungen dem Beispiel der Bäcker folgen. „Eine starke regionale Macht zu werden gilt für alle.“

Margit Ebert, die seit drei Jahren die Geschäfte der Innung Wiesbaden-Rheingau-Taunus führt und die ab dem kommenden Jahr auch für die neue Innung Untermain zuständig sein wird, stellte sich vor. Sie erläuterte dabei, dass der Büro-Standort in Königstein im Haus des BIV Hessen zahlreiche Synergieeffekte für die Mitglieder biete.

Bei weiteren Grußworten dankte Geschäftsführer Alexander Kraus von der Bäko Untermain für gute Zusammenarbeit. Den fast identischen Namen halte er für ein gutes Omen für die Zukunft. Jochen Schneider von der IKK Hessen gab bekannt, dass die IKK Hessen versuche, mit der IKK Baden-Württemberg zum 1. 1 .2006 zu fusionieren. Entsprechende Gespräche gebe es bereits, entschieden sei noch nichts.

VGF Stefan Körber ging, ähnlich wie bei anderen Innungen, auf aktuelle Themen ein und vermittelte Infos zum Tarifwesen.


Artikel vom 06.07.2005
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