Nordrhein-Westfalen

Optimismus wieder deutlich spürbar

Versammlung des BIV Westfalen-Lippe: Resolution bzgl. des Ladenöffnungsgesetzes


Iserlohn (rh). In einer außergewöhnlichen Umgebung fand der diesjährige Verbandstag des Bäckerinnungs-Verbandes Westfalen-Lippe statt. Den Rahmen für die 128. Mitgliederversammlung bildete die Evangelische Akademie „Haus Ortlohn“ in Iserlohn. Hier zeigte sich, dass nach den mageren Jahren zum Ende des letzten und zu Beginn des neuen Jahrhunderts wieder Grund zum Optimismus für die backenden Betriebe in Westfalen und Lippe besteht.

Nach schwierigen Jahren des harten Wettbewerbs, in denen auch eine große Zahl von Handwerksbetrieben auf der Strecke blieb, blicken die Bäckereien derzeit auf ein gut angelaufenes Wirtschaftsjahr 2007, so Hauptgeschäftsführer Dr. Friedrich Wirsam bei der Begrüßung. Schatten werfen dennoch einige der jüngsten Entscheidungen im politischen Raum auf den Bäckeralltag. Sorgen macht dem Bäckerhandwerk besonders das neue Ladenöffnungsgesetz. Nicht nur, dass durch die völlige Liberalisierung an den Werktagen eine weitere einseitige Bevorzugung des Shopping-Events zu Lasten der Nahversorgung verursacht wurde, die Liberalisierung ende ausgerechnet vor den Türen der Handwerksbäckereien, die nun am 1. Ostertag, 1. Pfingsttag und 1. Weihnachtstag nicht mehr geöffnet haben dürfen. Ein gravierender Wettbewerbsnachteil, wie auch Landesinnungsmeister Heribert Kamm hervorhob.

Die Mitgliederversammlung fasste daher einstimmig eine klare Resolution an die Landesregierung. Darin wird dringend eine Änderung des Ladenöffnungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen gefordert. Besonders das Öffnungsverbot am 1. Ostertag habe bei den Bäckereien zu einer sehr heftigen negativen Resonanz bei Verbrauchern, Betrieben und der Presse geführt. Die Verbraucher seien verärgert, nicht ihre gewohnten frischen Backwaren zum Feiertag kaufen zu können. Den Betrieben gingen gleichzeitig Umsätze in Millionenhöhe verloren und es sei einfach unzumutbar, zusehen zu müssen, wie bei benachbarten Tankstellen Tausende von aufgebackenen Industrieteiglingen verkauft wurden.

Die Landesregierung wird daher in der Resolution aufgefordert, die Freigabe auch für den 1. Ostertag, 1. Pfingsttag und 1. Weihnachtstag für die sonst zulässigen fünf Stunden Öffnungszeit zu erteilen. Dies solle kurzfristig geschehen, damit Verbraucherprotest und Medienspektakel wie Ostern an Pfingsten 2007 nicht erneut zustande kommt.

Zufrieden zeigte sich der Verband mit den Ergebnissen der Tarifverhandlungen 2006, die nach langen, harten Auseinandersetzungen zu einem Erfolg gekommen sind.

Stolz sind die westfälischen Bäcker nach wie vor auf ihre Erste Deutsche Bäckerfachschule in Olpe und deren Entwicklung. Deren Bandbreite umfasst Lerninhalte vom ganz Traditionellen („wir sind Holzofen“) bis zum Hightech-Unterricht (e-learning für den Verkauf und das Marketing) das gesamte fachliche Spektrum des Bäckerhandwerks.


Artikel vom 18.05.2007
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