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Ohne Nachwuchs keine Schulstandorte

Bäckerinnung Zollernalb: Rückläufige Zahl der Ausbildungskandidaten Kernthema


Baden & WürttembergHechingen (gt). Den Reigen der Berichte auf der Versammlung der Bäckerinnung Zollernalb eröffnete OM Alfred Schweizer, der dabei noch einmal detailliert alle Aktivitäten vom vergangenen Jahr Revue passieren ließ. Für große öffentliche Aufmerksamkeit habe man zum Beispiel beim großen Fest zum 200-jährigen Stadtbrand-Jubiläum in Balingen mit dem eigens kreierten Scheit-Brot gesorgt.

Zur aktuellen Situation des Backhandwerks verwies OM Schweizer auf die von der Wirtschaftskrise im Zollernalbkreis besonders stark betroffenen Zuliefererbetriebe der Automobilindustrie. Man sei jedoch noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Die Grüße der Gewerblichen Schule Sigmaringen überbrachte Fachlehrer Ulrich Baderscheider, der die rückläufigen Zahlen der Auszubildenden als ein ernstes Problem bezeichnete.

Im 1. Lehrjahr werden derzeit 18 Bäcker und 24 Fachverkäuferinnen ausgebildet. 2. Lehrjahr: 5 Bäcker und 23 Verkäuferinnen und 3. Lehrjahr: 12 Bäcker und 24 Verkäuferinnen. Um die Ursachen für die rückläufigen Ausbildungszahlen zu ergründen, habe die Schule eine Umfrage bei über 100 Ausbildungsbetrieben gestartet, die jedoch noch nicht abgeschlossen sei. Die Schulen würden sich Gedanken darüber machen, weil es eventuell zu einer Konzentration kommen könnte.

Eine Möglichkeit wäre die Blockbildung, wobei die Azubis vier bis sechs Wochen Unterricht an der Schule besuchen und danach drei Monate im Betrieb seien. Vor allen Dingen bei den Bäckern werde der Nachwuchs knapp.

Starke Beachtung fand der Bericht von Lehrlingswart Jochen Holweger. Zwar habe man beim Berufsnachwuchs noch gute Verhältnisse, doch es werde in Zukunft schwieriger, geeigneten Nachwuchs zu bekommen. Die Industrie- und Handelskammer setze jetzt bei der Suche auch auf das Niveau der Hauptschule. Auch die demografische Entwicklung sei im Handwerk längst angekommen. Jochen Holweger untermauerte dies mit dem Hinweis, dass im Vorjahr gerade mal zwei junge Menschen im Zollernalbkreis nicht untergebracht worden seien. Für große Aufmerksamkeit sorgten die Ausführungen von Jürgen Greß, der künftig die Geschäfte der Innung führen wird. Er zeigt die ganze Bandbreite der Dienstleistungen auf, die mit der Übernahme der Geschäftsführung von der Kreishandwerkerschaft (KHS) Zollernalb erbracht werden. Von den 19 Pflichtmitgliedsinnungen haben bereits 18 Innungen der KHS die Geschäftsführung übertragen.

Die KHS sei als Körperschaft des öffentlichen Rechts Ansprechpartner für Banken, Krankenkassen, Landratsamt, Städte und Gemeinden bis hin zur Leader-Aktionsgruppe und zur Bundesagentur für Arbeit.


Artikel vom 30.06.2010
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