Regional

Obermeister Neher dreht an der Bonbon-Maschine

Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Sigmaringen zu Besuch im Zuckerstudio von Wolfram Stehle


Baden & WürttembergLangenenslingen (gt). Auftakt für die Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Sigmaringen war die Besichtigung und Präsentation des Zuckerstudios des Kollegen Wolfram Stehle in Langenenslingen.

Mit einer Glocke läutete Daniela Stehle die Vorführung im Zuckerstudio ein, bevor Ehemann Wolfram Stehle den Kollegen berichtete, dass er früher einmal Konditor werden wollte. Heute jedoch sei er froh und dankbar, dass er Bäcker geworden sei und mittlerweile den vom Vater gegründeten Betrieb in zweiter Generation führe. Zunächst war das Zuckergießen nur als Hobby gedacht, doch dann sei aus dem Hobby-Raum etwas mehr geworden. Ein ganzes Jahr habe er mit seiner Familie an der Einrichtung gearbeitet, bevor vor drei Jahren die erste Vorführung vor den Köchen aus Sigmaringen stattgefunden habe. Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der Vorführungen von 20 im ersten Jahr auf derzeit zwei bis drei pro Woche gestiegen. Seit Februar ist er ausgebucht und wird in der Backstube von Senior-Chef Josef Stehle tatkräftig unterstützt.

Für große Heiterkeit sorgte der Einsatz von Obermeister Julius Neher, der zum Abschluss der Vorführung mit ganzer Kraft die Kurbel an der historischen Bonbon-Maschine drehte, für die Wolfram Stehle über 1800 verschiedene Walzen zusammen getragen hat. Nach dem Arbeitseinsatz an der Bonbon-Maschine eröffnete der Obermeister den Reigen der Berichte. Der Innung gehören derzeit 21 Mitglieder an. Die Beteiligung an der Brotprüfung sei sehr schlecht gewesen. Die Prüfung sei jedoch ein wichtiges Instrument, um die Qualität der Brote zu verbessern.

Der stellvertretende Obermeister Gerold Rebholz forderte dazu auf, das Miteinander zu stärken, denn nur so könne man die Eigenständigkeit der Innung noch einige Jahre erhalten. Lehrlingswart Gerold Heinzelmann berichtete über ein rückläufiges Ausbildungsplatzangebot und Werbewart Georg Strohmeier (LIV) erinnerte an die Seminarangebote der Bäckerfachschule, insbesondere an die Aktion „Richtig Frühstücken“.

Die von Geschäftsführer Karl Griener vorgelegte Jahresabrechnung 2009 mit einem ordentlichen Überschuss fand die Zustimmung der Versammlung. Bernhard Kugler, der die Bücher geprüft hatte, teilte mit, dass alles in bester Ordnung gewesen sei. Grünes Licht erhielt auch der von Karl Griener vorgelegte Haushaltsplan 2010. Zugleich verwies er auf die Homepage der Kreishandwerkerschaft Sigmaringen und stellte der Versammlung auch die Imagekampagne des Handwerks vor, die bereits erfolgreich angelaufen sei.

Die Zahl der Auszubildenden im Bäckerhandwerk sei leider rückläufig, berichtete Patrick Mader von der Gewerblichen Schule Sigmaringen. Beängstigend sei auch die Zahl der Abbrecher, weshalb er die Ausbildungsbetriebe bat, mehr Kontakt mit der Schule zu pflegen, um dem Abbruch rechtzeitig entgegenzutreten.


Artikel vom 16.06.2010
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