Hessen
OM Brandau weiter im Amt
Innung Hersfeld-Rotenburg kündigt Geschäftsführung
Bebra (dtp). Eine nicht ganz einfache und weit reichende Entscheidung trafen die Mitglieder der Bäckerinnung Hersfeld-Rotenburg. Sie beschlossen die Kündigung der Geschäftsführung bei der Kreishandwerkerschaft und gaben OM Wilfried Brandau den Auftrag, für die nächste Zeit die Geschäfte der Innung zu übernehmen. Dieser Schritt war schon seit längerer Zeit im Vorstand im Gespräch, jedoch nicht umgesetzt. Bei den Vorgesprächen hatte sich OM Brandau auch schon bereit erklärt, die dann für ihn entstehenden Aufgaben zu übernehmen.
Zuvor hatte LIM Klaus Hottum zur aktuellen Lage Position bezogen. Er wies darauf hin, dass die Betriebe, die von der Binnen-Nachfrage leben müssen, durch das Verhalten der Verbraucher sehr zu leiden haben. Das führte LIM Hottum zu einem erheblichen Teil auch darauf zurück, dass in der Politik „die Uhren anders gehen“. Früher kamen im Ernährungs-Ministerium die Minister in der Regel aus der Landwirtschaft und waren somit Vertreter der produzierenden Branche. Damit war gewährleistet, dass die in der Regel auf hohem Niveau stehende Lebensmittel-Produktion würdig vertreten wurde. Im krassen Gegensatz dazu werde heute was noch vor Kurzem in Ordnung war, in Frage gestellt. Die Interessen der Verbraucher, ob gerechtfertigt oder nicht, werden über alles gestellt. Dieses Verfahren nehme inzwischen schon groteske Züge an. Das Fehlverhalten der Verbraucher, wie zum Beispiel falsche, einseitige Ernährung werde dem Produzenten von Lebensmitteln angelastet.
Bei Angaben über die Organisation im Handwerk entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, besonders über die nötige Bürokratie. Der Kern stellte sich dann so dar, dass es in erster Linie darum gehe, die Betriebe mit den für sie wichtigen und wertvollen Informationen schnell zu versorgen. Im Bericht über die Aktivitäten der Innung teilte OM Brandau mit, dass der Erlös aus einem Benefiz-Fussballspiel in Höhe von 350 Euro an die Kinderstation des Kreiskrankenhaus in Bad Hersfeld weiter geleitet wurde.
Wenig erfreut war OM Brandau über die Tatsache, dass bei der letzten Brot- und Brötchen-Prüfung zwar eine stattliche Anzahl von Proben angeliefert wurde, sich aber nur fünf Betriebe beteiligten. Weiter erwähnte OM Brandau im Rahmen von Angaben zur neuen Prüfungs-Ordnung, er habe einem Bäckerei-Fachlehrer der Berufsschule ein Praktikum in seinem Betrieb angeboten. Er, Brandau, sei der Meinung, wer eine handlungsorientierte Ausbildung und Prüfung durchführen wolle, sollte zumindest einmal einen aktuellen Betriebsablauf erlebt haben. Der Lehrer aber lehnte ab.
Bei den anstehenden Neuwahlen wurden OM Wilfried Brandau, sein Stellvertreter Martin Jäger und der gesamte Vorstand wieder gewählt.
Schon in der letzten Herbstversammlung hatte man über die Leistungen der KH lebhaft diskutiert. Dabei war der Hauptgeschäftsführer der KH aufgefordert worden, die Höhe des Beitrages für die Innungsgeschäftsführung zu überdenken. Es gab jedoch kein besseres Angebot, wodurch jetzt eine neue Diskussion entbrannte. Dann ließ OM Brandau abstimmen. Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde beschlossen, die Innungs-Geschäftsführung bei der KH für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg zum 31. 12. 2005 zu kündigen.
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