Sachsen

Neuen Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit

Dresdner Bäcker ziehen positive Bilanz / Solide Finanzsituation: Grundbeitrag bleibt


Dresden (ad). Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder der Bäckerinnung Dresden mit einer Reihe öffentlichkeitswirksamer Auftritte bis hin zum Guiness-Weltrekord mit der längsten Kaffeetafel samt Eierschecke bei ihren Kunden punkten können. Auch im laufenden Jahr wird sich die Innung mit einer Reihe von Aktionen präsentieren, um für das Dresdner Bäckerhandwerk nach Kräften die Werbetrommel zu rühren.

Zu diesen Aktionen zählen unter anderem der schon traditionelle Bäckerfrühschoppen, die Teilnahme am Renntag des Handwerks und der von vielen Kunden sehnsüchtig erwartete Brotmarkt. Im Zuge der Vorbereitung des für Ende Mai geplanten Bäckerfrühschoppens kam den Dresdnern eine besondere Idee. Sie beabsichtigen, ihre Kunden zur Abgabe der einst begehrten Brotbackautomaten aufzufordern. Wer ein solches Gerät in der Bäckerei seiner Wahl „entsorgt“, könnte im Gegenzug ein frisches Bäckerbrot in Empfang nehmen. „Allerdings müssen wir erst sehen, ob wir diese Aktion bis zum Bäckerfrühschoppen auch richtig vorbereiten können“, sagte Obermeister Hans-Jürgen Matzker. „Schließlich sollte dafür auch kräftig geworben werden.“ Falls die Zeit für die Vorbereitung und gezielte Werbung des nicht alltäglichen Tauschgeschäftes zu knapp ist, wollen die Dresdner Bäcker die Idee jedoch nicht unter den Tisch fallen lassen, sondern die Brotbackautomaten bei einer anderen Gelegenheit „in Zahlung“ nehmen. Ein denkbarer Ausweichtermin wäre, so Obermeister Matzker, zum Beispiel der Tag des Butterbrotes im September.

Für das vergangene Jahr zog Hans-Jürgen Matzker eine positive Bilanz. Allerdings hätten das milde Wetter und die „fehlende Woche“ in der Adventszeit für ein durchwachsenes Weihnachtsgeschäft gesorgt. Apropos Weihnachtsgeschäft: Matzker verwies im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft des laufenden Jahres auf die Gründung einer speziellen Arbeitsgruppe, die den Cyanid-Gehalt im Weihnachtsstollen in Abhängigkeit von der Technik der Herstellung untersucht. Es sei damit zu rechnen, dass – ähnlich wie im vergangenen Jahr das Cumarin – in diesem Jahr der Cyanid-Gehalt des Mandelstollens zu Beginn des Weihnachtsgeschäftes thematisiert werden könnte. Um derartigen Attacken auf wissenschaftlicher Grundlage begegnen zu können, werde die Thematik in der Sächsischen Bäckerfachschule im Rahmen umfangreicher Backversuche untersucht.

Zufrieden zeigten sich die Mitglieder der Bäckerinnung Dresden angesichts der soliden Finanzlage ihrer Interessenvertretung. Nachdem der Innungshaushalt im vergangenen Jahr ein Volumen von rund 100.000 Euro aufgewiesen hatte, sind für das laufende Jahr knapp 86.000 Euro geplant. „Unsere Aktivitäten im Rahmen des Dresdner Stadtjubiläums haben eine Reihe von Kosten verursacht“, begründete Innungsgeschäftsführer Wolfgang Hesse das ungewohnt hohe Haushaltvolumen des Vorjahres. „Allein die Riesentorte für den Festumzug schlug mit 5000 Euro zu Buche.“ Da im laufenden Jahr statt der bisher üblichen zwei Brotmärkte nur einer durchgeführt werden wird, sinken allein die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit von knapp 38.000 auf 15.500 Euro.

Angesichts dieser Kostenentwicklung wird der Grundbeitrag für die Innungsmitglieder im laufenden Jahr bei 210 Euro bleiben. Bei einer Beitragshöhe von 511 Euro liegt die Kappungsgrenze. Da die Innung auf wirtschaftlich gesunden Füßen steht, leistet sie sich zur Jubiläumsfeier des Landesinnungsverbandes Saxonia einen besonderen Luxus: Pro Betrieb werden die Kosten für eine Eintrittskarte zur Festveranstaltung übernommen, die immerhin bei 50 Euro liegen.

Ein weiterer Schwerpunkt war das verstärkte Einbruchsgeschehen Ende vergangenen Jahres. „Im Herbst 2006 gab es zahlreiche Einbrüche in Backshops“, berichtete Kriminalhauptkommissar Diethard Jakob den Innungsmitgliedern. Die Täter hätten sich dabei vor allem auf die in zahlreichen Filialgeschäften vorhandenen Automatiktüren spezialisiert.


Artikel vom 19.04.2007
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