Bayern

Neue Fachleute hat das Land

Die Bäckerinnung Nürnberg spricht 111 Bäcker und Fachverkäuferinnen frei


Nürnberg (buc). Im Nachwuchs des Nürnberger Bäckerhandwerks haben die jungen Damen das Sagen: Die Gesellenprüfung dieses Sommers sah mit Natascha Franz (Ausbildungsbetrieb: Bäckerei Alexander Balota, Nürnberg) mit einem Notenschnitt von 1,37 als Beste vor 33 Kollegen und vier Kolleginnen. Im Fachverkauf war Agata Gornicka-Frisch („Der Beck“, Erlangen) mit einem Schnitt von 1,63 die Beste von 73 Auszubildenden.

Bei der Freisprechungsfeier im noblen Messezentrum würdigte OM Manfred Kerschbaum auch die Nächstplatzierten als Vorbilder in Sachen berufliches Engagement und bedachte sie mit Sachpreisen und Blumensträußen. Zweitbeste Bäckerin war mit einem Schnitt von 1,55 Elke Müller (Karlheinz Holzinger, Winkelhaid) vor Daniel Porst (Werkstätten der Lebensgem., Velden) mit 1,63. Derya Bal (Uwe Walzel, Nürnberg) ging bei den Fachverkäuferinnen mit einem Notenschnitt von 1,77 als Zweite durchs Ziel. Vera Altmann (Günther Ludwig, Nürnberg), mit 2,07 Dritte, wurde doppelt geehrt: Sie siegte beim mittelfränkischen Kammerwettbewerb – so wie im Bäckerfach Ruth Sperber (Johann Konrad Sperber, Simmelsdorf).

Heinrich Mosler, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, forderte als Gastredner die 111 Jung-Handwerker auf, nach dem Erfolg im Prüfungsmarathon weiter optimistisch zu sein. Kein Problem unserer Welt könne mit Angst und Pessimismus gelöst werden. Wichtig sei persönliches Engagement in Handwerks- oder sozialen Organisationen, Parteien und Kirchen. Respekt vor den Qualitätswünschen und der wachsenden Sensibilität im Lebensmittelbereich legte Norbert Dünkel den jungen Leuten ans Herz. Der stellv. Landrat des Kreises Nürnberger Land schwärmte, Frankens Bäckereien begeisterten mit ihrer Produktvielfalt, Imbissangeboten, Pausentheken. Und obwohl die Sonntagsöffnung belastend sei, habe sie vielerorts die Basis für künftigen Erfolg gelegt. Den sollten die Jung-Gesellen nun aktiv mitgestalten und bräuchten dabei hoffentlich „nicht nur kleine Brötchen“ backen.

StD Gerhard Horn, stellv. Leiter der Berufsschule 3, teilte mit, man habe kürzlich ein neues Berufsgrundbildungsjahr eingeführt. An die Betriebe appellierte er, den Azubis mit Geduld und Humor nicht nur zu zeigen, wie man die Arbeit macht, sondern auch, wie man sich sozial verhält. Die hielten viele Pflichten für „nervig“ – aber Tugenden wie Pünktlichkeit und Lerneifer seien wichtige Mosaiksteine auf dem Karrierepfad.

Seine Fundamentalkritik von 2006 („Ihr seid alle faule Säcke“) erneuerte Lehrlingswart Uwe Walzel nicht ganz – obwohl die Ergebnisse auch 2007 nur „befriedigend“ ausfielen (Durchschnittsnote Bäcker: Theorie 3,43/Praxis 2,57, Fachverkauf: 4,0/3,25). 16 Fachverkäuferinnen und sieben Bäcker bestanden die Prüfung nicht. Walzel rief die jungen Leute auf, positiv zu denken und sich Ziele zu setzen: „Alles ist möglich!“


Artikel vom 18.10.2007
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