Regional

Nachwuchs und Ausbildung im Fokus

Hauptversammlung der Innung Marburg beklagt Schwächen bei Bäckerlehrlingen


Anzefahr (dtp). Die Bereiche Mitarbeiter, Nachwuchs und Ausbildung standen im Mittelpunkt der gut besuchten Jahres-Hauptversammlung der Innung Marburg. Dazu begleitend wurde von zwei Mitarbeitern von Meistermarken/Ulmer Spatz eine Säureprüfung an mitgebrachten Broten und Sauerteig durchgeführt.

Von Seiten der Agentur für Arbeit Marburg, vertreten durch Peter Steitz und Lena Ach, kamen Hinweise über Möglichkeiten der Förderung im Rahmen des Arbeitgeber-Service. Einmal bei der Einstellung von Arbeitslosen, von noch tätigen Arbeitssuchenden sowie bei der Einstellung von Lehrlingen. Dargestellt wurde weiter, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollen, um eine Förderung zu erreichen, zum Beispiel die Erstellung eines Einarbeitungsplanes.

Fachlehrer Gerald Pikawe teilte mit, dass die Anzahl der Bäckerlehrlinge sinke. Die Leistungen nehmen ab, besonders jetzt auch in der Praxis deutlich stärker als je zuvor. Das Bestehen der Lehre werde häufig nur noch über die mündliche Prüfung erreicht, was in früheren Jahren eher die Ausnahme war. Auch die Motivation sei eher schlecht. Dazu kam aus der Versammlung der Einwurf, Durchfallen könne vielleicht auch eine neue Strategie sein, um den Arbeitsplatz wenigstens noch um ein halbes Jahr zu erhalten.

Obermeister Michael Wagner, der auch in der Prüfungskommission für Verkäuferinnen den Vorsitz führt, teilte mit, dass seine Eindrücke im Verkaufsbereich nicht ganz so negativ seien. Da gebe es zwar zwei Lager – das eine nehme die neue Ausbildungs-Verordnung gut an, das andere verhalte sich „schwierig“. Bisher habe es im Verkaufsbereich noch keine Durchfaller gegeben und die Tendenz sei insgesamt eher steigend.

Zur aktuellen Lage im Bereich der Innung Marburg sagte Obermeister Wagner, dass bei den Bäckern bisher noch keine so starken Einschnitte im Zusammenhang mit der aktuellen Schieflage zu erkennen seien. Dennoch empfahl er den Kollegen, auf die Kosten zu achten und hohe Qualität zu produzieren. „Hüten Sie sich davor, Kunden zu Discountern zu jagen“, war seine Anmerkung. In Bezug auf Kostenuntersuchungen empfahl er die Betriebsberatung des BIV Hessen als kompetenten Ansprechpartner.

Dass die Berufsschule Marburg nach jüngsten Erkenntnissen für Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen bestehen bleibe, gab Wagner aus dem Verbandstag weiter. Für die kommende Brotprüfung im September werde aus Kostengründen keine Abholung der Proben mehr durchgeführt und Gratisproben entfallen auch, gab Wagner bekannt.


Artikel vom 03.06.2009
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