Baden & Württemberg
Nachwuchs auf Vormarsch
Versammlung der Bäckerinnung Bruchsal
Weiher (biv). Bei der Herbstversammlung mit Freisprechungsfeier der Bäckerinnung Bruchsal konnte Obermeister Heinz Österle auf zahlreichen Innungsaktivitäten zurückblicken. Die Brotprüfung am 29. Juni 2006 in Forst war mit 14 Gold- und 39 Silberurkunden sowie 6 Goldmedaillen Spiegelbild des guten Qualitätsstandards in den Mitgliedsbetrieben.
Ebenfalls außerordentlich erfreulich gestaltete sich das Ergebnis der Sommerprüfungen. Mit einem Notendurchschnitt von 1,9 gratulierte Lehrlingswart Thomas Fabry Maria Lupp als frisch gebackene Bäckergesellin und Sabrina Weindel mit einem Notendurchschnitt von 1,6 als Fachverkäuferin. Fabry ermahnte die Junggesellen und Jungverkäuferinnen, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen, sondern sich weiter Ziele für eine erfolgreiche Berufslaufbahn zu setzen. Bezüglich der Zwischenprüfungen des Jahres 2006 nach der neuen Ausbildungsverordnung konnte zudem festgestellt werden, dass eine deutliche Leistungssteigerung bei den Auszubildenden zu verzeichnen sei. Offensichtlich sei es durch den neuen Lernfeldunterricht gelungen, das Verständnis für den Beruf zu steigern. Eine große Herausforderung werden allerdings noch die Gesellenprüfungen nach der neuen Ausbildungsverordnung darstellen, da nun auch hier an den Prüfling gesteigerte Anforderungen gestellt werden. Der Prüfungsausschuss werde sich deshalb frühzeitig mit der Planung der Prüfung befassen. Die Geschäftsführerin des Bäckerinnungsverbandes Baden, Ute Sagebiel-Hannich, wies auf die Weiterbildungsangebote der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk hin und überreichte den Prüfungsbesten einen Seminargutschein.
Geschäftsführerin Sagebiel-Hannich verwies auf die überragende Ausbildungsleistung des Bäckerhandwerks. Rund 35.000 junge Menschen absolvieren bundesweit in den Bäckereibetrieben eine Ausbildung, rund 2000 mehr als im Vorjahr; der Branche komme somit eine Vorbildfunktion zu. Vor diesem Hintergrund müsse man auch das neue Leitbild für das Deutsche Bäckerhandwerk sehen, dass geeignet sei sowohl die Motivation der Mitarbeiter zu steigern als auch die Kundenbindung zu vertiefen. Im Rahmen der Ausführungen zu den aktuellen rechtlichen Fragestellungen verwies die Rednerin insbesondere auf die Anforderungen des neuen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und wies die Anwesenden auf die Pflicht zum Aushang des Gesetzes, der Einrichtung einer Beschwerdestelle und vor allem zur Schulung der Mitarbeiter hin.
Betriebsberater Thomas Sell, Bäckerinnungsverband Baden, verdeutlichte anhand zahlreichen Bildmaterials die Herausforderungen des Verkaufsstellenmarketings. Er appellierte an die Betriebsinhaber, den Verkauf nicht nur nebenher zu managen, sondern sich der Aufgabe professionell zu stellen – gegebenenfalls auch durch Delegation von Verantwortlichkeiten. Es sei eine Gefahr, dass ohne klare Anweisungen für den Verkauf und ohne die notwendige Kontrolle, die Verkaufsmitarbeiter „tun was sie wollen.“ Dieser Entwicklung müsse entgegengesteuert werden.
Der Beschluss zur Neufassung der Innungssatzung gemäß den Vorgaben der Handwerkskammer Karlsruhe, insbesondere zur Verkleinerung der Vorstandschaft, wurde einstimmig vorgenommen.
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