Regional

Nach 100 Jahren wie frisch gebacken

Betriebsjubiläum der Bäckerei Wippler: Feier in der Pillnitzer Backwirtschaft mit festlichem Abend und Handwerkermarkt


SachsenDresden (ps). Pünktlich zum 6. August 2010 kam sie heraus – die Jubiläumsausgabe „Wipplers Illustriertes BackPapier“ zum 100-jährigen Bestehen der heutigen Bäckerei Wippler GmbH. Auf 24 Seiten wird eindrucksvoll in Wort und Bild nachgezeichnet, wie sich die von den Großeltern Elisabeth und Max Wippler eröffnete „Bäckerei und Conditorei“ mit Café in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt und sich seitdem in fünf Gesellschaftsformen erfolgreich behauptet hat: Kaiserreich, Weimarer Republik, Faschismus, Sozialismus, soziale Marktwirtschaft.

Mit Deloris und Michael Wippler trägt seit 1981 die dritte Generation der Bäckerfamilie Verantwortung für das handwerkliche Unternehmen und seine inzwischen 70 Mitarbeiter in der 2009 eröffneten Backwirtschaft (ehemaliger Dreiseitenhof des Pillnitzer Kammerguts) und die sechs Verkaufsfilialen. Sohn Alexander Wippler und Tochter Kathrin Grafe sind seit der GmbH-Gründung 2004 als vierte Generation an Bord. In der Zukunft können noch die Enkel Timo, Nico, Vinzenz und Moritz folgen.

„Nach 100 Jahren wie frisch gebacken“ ist der Hauptbeitrag auf Seite 1 des „BackPapiers“ überschrieben. Er knüpft an einen der Lieblingssätze von Sachsens Landesobermeister Michael Wippler an: „Das Bäckerhandwerk muss sich jeden Tag neu erfinden!“ – soll heißen, dass jeder Bäcker sein tägliches Backwerk dem Verbraucher mit innovativen Produkten nahebringt und ihm so die Qualität und Frische seiner Erzeugnisse sowie die Leistungen, die dahinter stecken, vermittelt.

Das gelingt den Wipplers in ihrer erst im Vorjahr eröffneten Backwirtschaft bestens. Sie soll jedoch keineswegs eine „Schaubäckerei“ sein, obwohl den Kunden über große Sichtfelder in Backstube, Eislabor und Konditorei Einblick in die handwerkliche Kunst des Backens gewährt wird. „Vielmehr bekommt der Verbraucher hier unseren täglichen Arbeitsablauf zu sehen, was gerade in Zeiten von Lebensmittelskandalen eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme darstellt.“ Dennoch lebt in der Backwirtschaft auch ein Gutteil der Geschichte der Bäckerfamilie Wippler und des gesamten Gewerks, die seit der Jubiläumsfeier am ersten August-Wochenende um ein wichtiges Element bereichert wird: Ehefrau Deloris Wippler hat sich einen lang gehegten Wunschtraum erfüllt und in jenen Räumen, die bislang als Lager und für den Stollenversand genutzt wurden, „Das kleine Bäckerei-Museum“ eröffnet. „Bereits am Eröffnungswochenende konnten wir uns vor Anfragen kaum retten“, freut sich die „Museums-Chefin“ über die tolle Resonanz.

„Vor allem Erzieher und Lehrer wollen mit ihren Kindergartengruppen und Schulklassen kommen, um zu erfahren, wie der Bäcker früher gearbeitet und gelebt hat.“ In der historischen Backstube haben viele Interessenten den hier tätigen Bäckern bei der Arbeit zugeschaut und durften sogar selbst einmal den Teig kneten und in die Kuchenform drücken.

Von diesem Bäckermuseum waren die über 200 Gäste der offiziellen Jubiläumsfeier in der Backwirtschaft und mehrere hundert Besucher des Handwerkermarktes hellauf begeistert.


Artikel vom 18.08.2010
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