Bayern
Mit neuem Schwung und neuen Liedern
Jahreshauptversammlung der Münchner Sängerrunde mit besonderen Ehrungen

Das seltene Jubiläum für 60-jährige Mitgliedschaft in der Sängerrunde kann Paul Oberstötter feiern. Rechts Hans Wittmann. Foto: Eberhardt
28 aktive, davon 24 Sänger, und 45 passive Mitglieder zählt der Münchener Bäckerchor. 19 kamen zur jüngsten Hauptversammlung, in der die Ehrung zweier langjähriger Sänger den Höhepunkt bildete: Seit 60 Jahren dabei ist Paul Oberstötter, der bereits als Stift bei seinem Vater zur Sängerrunde kam und ihr als Tenor jahrzehntelang die Treue hält. Da der Sängerbund für so eine lange Zeit keine Urkunden oder Medaillen mehr vorsieht, erhielt der Jubilar von seinen Sangesbrüder einen Korb „geistiger Nahrung“ – für jedes Jahrzehnt eine Flasche Wein. Eine Urkunde für 50-jährige Mitgliedschaft sowohl der Münchner Sänger als auch des Bayerischen Sängerbundes samt Goldmedaille bekam Ehrenpräsident Georg Keller. Keller, der 10 Jahre lang den Vorstand der Sängerrunde München leitete, erhielt damit die Ehrenmitgliedschaft. Die Kollegen entführte der Geehrte in jene Zeit, in der er beim Chor begann. Eine Goldenen Ehrennadel der deutschen und bayerischen Sängerbunde für 40-jährige Mitgliedschaft gab es für Heinrich Siegel.
Das zurückliegende Sängerjahr wies viele Höhepunkte auf, die Schriftführer Franzke wieder in unterhaltsamer Weise Revue passieren ließ. Die Sänger trafen sich bei 25 Veranstaltungen, 13 besondere Ereignisse fanden sich im Jahresrückblick, darunter der Auftritt auf der Landesverbandtagung in Erding, der Sängerausflug nach Thüringen, Treffen zu runden Geburtstagen von Kollegen, von denen mit Georg Wallner und Karl Hieber gleich zwei ihren 70. Geburtstag feiern konnten, Gedenkmesse in Lochham, Radltour und Bergtour, Wiesnbesuche, iba-Sängertreffen bis hin zum Domsingen, Nikolausfeier und Weihnachtskegeln. Das Singen zum Adventsauftakt im Münchner Dom nahm Vorstand Hans Wittmann zum Anlass, die Kollegen zu mehr Chordisziplin nach der Oktoberfestpause aufzufordern. Auch wenn es nicht viele Adventslieder gibt und so mancher glaube, deshalb nicht üben zu müssen, sei das Gegenteil der Fall. Wittmann: „Es ist ein Privileg der Münchner Bäcker, für das uns andere Chöre beneiden.“
Nach dem Kassenbericht von Richard Eichinger sen. und dem Bericht des Rechnungsprüfers Eduard Floß wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Laut Eichinger hätte man in 2006 „sehr sparsam gelebt“, so dass ein geordneter Haushalt vorliegt. Für die gute Geschäftslage wären allerdings weniger die Mitgliedsbeiträge als vielmehr die Sponsoren – zumeist ebenfalls Mitglieder – verantwortlich, bei denen sich der Vorstand bedankte. Hans Wittmann informierte über die Ende März stattgefundene Vorstandssitzung der bayerischen Bäckersänger, zu denen noch acht Vereine gehören. Hier ging es unter anderem um Öffnung der Chöre für Frauen oder um den Anschluss anderer Handwerkergruppen – dies allerdings immer unter dem „Dach der Bäcker“. Nachdem die Münchner auch zukünftig ein reiner Männerchor bleiben wollen, müsse man sich über andere Möglichkeiten der Verstärkung Gedanken machen. Der Vorstand hat eine Einladung an Nichtmitglieder entworfen, die – so Bäko-Geschäftsführer Alfred Aigner – dem nächsten Rundschreiben der Bäcker- und Konditoren -Einkauf München eG Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz beiliegt.
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