Hamburg

Mit eindeutig positivem Stimmungstrend

Handwerkskammer Hamburg stellte Jahresbericht und Konjunkturumfrage vor


Hamburg (af). „Wir haben ein Hoch in der Stimmung: Das Hamburger Handwerk zeigt sich so optimistisch wie schon lange nicht mehr“, konstatierte Peter Becker, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des Jahresberichts 2005/2006. Der Geschäftsklima-Index der Kammer sei in den vergangenen 15 Jahren nicht mehr so hoch gewesen wie zurzeit, so Becker weiter. Er weise 75 von 100 Punkten auf, das sind 12 mehr als noch vor einem Jahr. Dies geht aus der letzten Konjunkturumfrage der Kammer für das Sommerhalbjahr 2006 hervor. Demzufolge erwarten 40 Prozent der Betriebe eine Verbesserung der Geschäftslage, 55 Prozent einen befriedigenden Geschäftsverlauf und nur 6 Prozent äußern sich pessimistisch. 87 Prozent der Hamburger Handwerksbetriebe wollen die vorhandenen Arbeitsplätze halten oder steigern.

Wie Becker erläuterte, sei allerdings die Stimmung besser als die Fakten der letzten Monate: Über das Winterhalbjahr 2005/ 2006 hätten immerhin 31 Prozent der Betriebe über schlechte Geschäfte geklagt. Eine langsame konjunkturelle Belebung zeige sich auch nur in nicht-baubezogenen Gewerken. Viele Betriebe führten ihre leicht steigenden Umsätze auf vorgezogene Aufträge zurück, mit denen die Kunden der Mehrwertsteuererhöhung 2007 zuvor kommen wollten. Speziell die Nahrungsmittelhandwerke litten etwas unter der ungewöhnlich hohen Sommerhitze, doch sei auch hier das Klima insgesamt optimistisch.

Der Anstieg der Mitgliedszahlen ist nach wie vor stetig: Zur Jahresmitte zählte die Kammer 13.787 Handwerksbetriebe, das sind 228 mehr als Ende 2005. Bis zum Jahresende erwartet die Handwerkskammer Hamburg ein Überschreiten der Marke 14.000.

Zufrieden zeigte sich Becker mit der Situation am Lehrstellenmarkt: Zum Stichtag 31. Juli hat die Handwerkskammer 1.498 neue Lehrverträge registriert, womit das Vorjahresniveau von 1.465 Lehrverträgen um 2,2 Prozent gesteigert werden konnte. „Damit ist die vom Ausbildungspakt verlangte Quote deutlich überschritten“, so Becker.

Insgesamt stünden im Hamburger Handwerk noch etwa 190 Lehrstellen offen, darunter auch solche für den neu ins Leben gerufenen Bachelor- Ausbildungsgang für Abiturienten mit Start am 1. Oktober (wir berichteten in ABZ Nr. 23 vom 10. Juni 2006).

Darüber hinaus findet auf Initiative von Handwerkskammer und Innungen im September eine bundesweite Premiere statt zur Vorbereitung von Schülern auf das Berufsleben: die so genannte „Handwerk Jobtour“. Dabei fahren Ausbildungsberater eine Woche lang durch Hamburger Schulen und informieren über rund 100 Berufe. Diese Aktion ersetzt die bisherige „Straße des Handwerks“ auf dem Hamburger Rathausmarkt.

Wie Hauptgeschäftsführer Frank Glücklich bekannt gab, startet die Kammer für ihre Mitglieder eine „Service- Offensive“. Alle Bereiche würden neu strukturiert und auf die Interessen der Mitglieder ausgerichtet, deren Beratungsbedarf nach wie vor hoch sei. Ein neues Service-Center werde als einziger Anlaufpunkt für die meisten Fragen dienen.

Außerdem entstehe in Hamburg-Harburg zurzeit Deutschlands innovativstes Bildungszentrum für das Handwerk. „Hier erhalten unsere Betriebe ab 2007 modernste Weiterbildungen“, so Glücklich, „parallel bauen wir unseren Außendienst auf, der den Unternehmern vor Ort im Betrieb mit Beratung zur Seite stehen kann.“


Artikel vom 01.09.2006
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